Romana Grimm: Spenden-Anthologie „Faltherzen – Autoren für Japan“

Beschreibung des Akteurs

Mein Name ist Romana Grimm und ich bin eigentlich noch ein Küken im Autorengeschäft. Aufgrund der Ereignisse in Japan am 11. März 2011 war es mir allerdings ein Bedürfnis, etwas zu tun, um den Menschen dort zu helfen. Auf der Leipziger Buchmesse fragte ich ein paar Bekannte, ob sie nicht Lust hätten, bei einer Spenden-Anthologie mitzumachen. Was soll ich sagen? Sie alle hatten große Lust und waren sofort dabei. Diese Hilfsbereitschaft macht mich heute noch glücklich :-)

Beschreibung der Marketing-Maßnahme

Meine allererste Marketing-Maßnahme war, einen Verlag mit ins Boot zu holen. epubli hat sich sofort bereit erklärt, unser Projekt mit ISBN und Werbung zu unterstützen. Der wichtigste Teil war schon mal geschafft.

Danach haben wir überlegt, welche Art von Geschichte passend für unser Projekt wäre. In der Anthologie haben wir sowohl Kurzgeschichten als auch Gedichte versammelt. Alle handeln von Verlust und Trauer, aber auch Liebe und Hoffnung. Uns war wichtig, dass auch immer eine positive Botschaft übermittelt wird, denn darum geht es ja letztendlich. Wir wollen den Opfern von Naturkatastrophen, Krieg und Armut Mut machen und einen Teil dazu beitragen, damit sie es hoffentlich bald besser haben.

Das Thema Japan haben wir weitgehend (aber nicht völlig) außen vorgelassen, um dem Leser nicht das Gefühl zu geben, dass wir “auf die Tränendrüsen drücken”. Außerdem wollte ich uns allen die Chance geben, mit dem zu glänzen, was wir gerne schreiben. Eine thematische Bindung hätte zudem wesentlich mehr Zeit beansprucht, denn wer hat schon mit diesen Katastrophen in Japan gerechnet?

Alle Autoren haben sich zudem bereit erklärt, ihre Gewinnanteile dem Deutschen Roten Kreuz zu spenden. Die Erlöse werden monatlich ausgeschüttet und direkt von epubli auf das Spendenkonto des DRK überwiesen. Um so transparent wie möglich zu sein, werde ich monatlich einen Screenshot des epubli-Kontos online stellen. Ich hoffe, dass das die Menschen von unserer Redlichkeit überzeugt :-)

Um unser primäres Ziel (Spenden sammeln) zu erreichen müssen wir nun natürlich so viele Menschen wie möglich auf uns aufmerksam machen. Unsere Strategie ist, das Buch sowohl im klassischen Print als auch im eBook-Format anzubieten. Das eBook ist im Vergleich zum Print sehr günstig, um Leser, die sich nicht sicher sind, ob sie unser Projekt unterstützen möchten, einen Kaufanreiz zu bieten. Wir finden, dass 2,99€ ein sehr guter Preis ist, und davon gehen 80% direkt an das DRK – weit mehr, als die Printausgabe abwirft. Es lohnt sich also, zur elektronischen Ausgabe zu greifen. Man hilft nicht nur dem DRK, man schont auch die Umwelt. ;-)

Desweiteren bitten wir Freunde, Bekannte und Prominente ganz dreist um ihre Hilfe. Über Facebook kann man schon eine Menge Leute erreichen, dazu kommen noch twitter und blogspot. Vor ein paar Tagen habe ich das Berliner Fenster informiert, andere auch ihre Lokalzeitungen. Angela Pundschus zum Beispiel hat eine Werbeanzeige auf Facebook geschaltet und lässt dazu noch Lesezeichen drucken, ich werde mit Postern und Postkarten locken und diverse andere Autoren nehmen die “Faltherzen” mit auf Lesungen, um sie einem größeren Kreis, der eventuell nicht im Internet unterwegs ist, vorzustellen. Einen Buchtrailer werde ich ebenfalls noch basteln, damit wir auch youtube in unsere Kampagne mit einbeziehen können.

Ach ja, und ich nutze Ihren Wettbewerb, um unsere Aktion bekannt zu machen ;-)

Warum war die Maßnahme aus Ihrer Sicht erfolgreich?

Schon jetzt wurden 15 Bücher bestellt und dabei haben wir erst am 17.4. (heute ist der 20.4.) begonnen, die Sache wirklich zu promoten. Vorher haben wir alle fieberhaft an der Fertigstellung der Anthologie gearbeitet. Dafür, dass es kurz vor Ostern ist und die Leute sich über die steigenden Benzinpreise aufregen, können wir glaube ich ganz zufrieden sein.

Da “Faltherzen” als eBook verfügbar und die Printausgabe schon jetzt durch Nachfragen und Drängeln auch über Amazon und andere Buchhändler erhältlich ist, ist durch den Wegfall der hohen Versandkosten beim Verlag demnächst mit weitaus mehr Bestellungen zu rechnen.

Aber der eigentliche Erfolg besteht für mich darin, dass es uns überhaupt gelungen ist, in so kurzer Zeit (vier Wochen) ein so hochwertiges Produkt auf den Markt zu bringen, und das wird sicher auch die Leserschaft überzeugen und sie zu weiterer Werbung für unsere Sache veranlassen.

Können Sie Zahlen nennen?

Glücklicherweise mussten wir keinerlei finanzielle Vorleistung erbringen. Alle Beteiligten haben ihre Ressourcen umsonst bereitgestellt. Sowohl die Internetplattform, auf der das Werk koordiniert wurde – ein geschlossenes Forum eines der Autoren – als auch Korrektorat, Satz, Covergestaltung, Coverbild usf. haben uns keine Unkosten bereitet, außer natürlich dem Zeitinvestment. Die Fähigkeiten und Fachkenntnisse der beteiligten Autoren waren hierbei unsere Ressourcen und deren bestehende technische Ausrüstung. Auch epubli berechnet uns keine Kosten für unser Projekt.

Was Werbung angeht, sind nicht wenige von uns bereit, etwas Geld zu investieren. Die oben erwähnten Lesezeichen kosten natürlich Geld, sie sollen schließlich gut aussehen, und auch Anzeigen sind nicht kostenlos. Alles in allem denke ich aber, dass wir mit einem sehr kleinen Budget weit kommen können.

Ausblick: Wie ging’s/geht’s weiter?

Wir werden jetzt natürlich an allen Fronten werben und versuchen, diverse Internetcommunitys einzubinden, an die wir aus Zeitgründen noch nicht gedacht haben (jappy, studiVZ usw). Kleine Extras wie z.B. Zeichnungen zu den Geschichten oder Lese-Ausschnitte auf youtube werden, so hoffen wir, das Interesse an unserer Aktion am Leben halten.

Leider leben wir ziemlich verstreut in Deutschland, aber wir sind zuversichtlich, dass zumindest einige von uns es im Laufe der nächsten Monate und Jahre zu den wichtigen Buchmessen schaffen werden, um auch persönlich für unser Anliegen zu werben. Print-on-demand hat den unschätzbaren Vorteil, dass so ein Buch auch noch nach Jahren erhältlich ist. Vorbei sind die Zeiten von vergriffenen Auflagen oder Verramschung, weil Platz für Neues geschaffen werden muss. Großartig!

Bis unser Werk persönlich anpreisen können, wollen wir versuchen, überall dort größtmögliche Präsenz zu erreichen, wo man unser Projekt unterstützt. Auch beim Virenschleuderpreis. Falls sich also jemand für unser Buch interessiert, würde ich mich sehr freuen, wenn er oder sie uns bei epubli oder Amazon besuchen würde. Vielen Dank! :-)

Kontakt:

Romana Grimm (Herausgeberin)