Unsichtbar Verlag: Aufkleber-Aktion „Ich bin Unsichtbar“

Kurze Beschreibung des Unternehmens

Wir sind ein kleiner Verlag aus Diedorf bei Augsburg. Als Verleger habe ich 11 Jahre als Inhaber den Ubooks Verlag mit einem Partner zusammen geleitet. Vor 2 Jahren kam die Idee etwas Neues zu machen. Einen neuen Verlag, der sich auf junge deutsche Autoren beschränkt und von der Richtung in die Ecke von Anti-pop zu stellen ist, wie ich es bereits beim Ubooks Verlag betreut und aufgebaut habe. Ende 2011 ist das erste Programm erschienen, mit vielen bekannten Autoren aus dem Ubooks Verlag, die mit mir gegangen sind. Bis Herbst 2012 werden 20 Bücher veröffentlicht sein. Bücher der jungen deutschen Gegenwartsliteratur.

Von der Leserausrichtung sind wir auf die „Nichtleser“ fokussiert, auf die Leser, die nicht lesen, weil sie nicht das finden, was sie gerne lesen würden. Diesen „Nichtmarkt“ bedienen wir ganz erfolgreich. Zudem sollte der neue Verlag auch stark an den neuen Medien orientiert sein und diese effektiv nutzen.

Beschreibung der Social-Media-Marketing-Maßnahme

Ausgangslage:

Der neue Verlag sollte vor dem Erscheinen der ersten Bücher bei den Lesern bekannt gemacht werden und eine gewisse Markenbindung erreicht werden.

Idee:

Jeder Interessent kann über die Webseite kostenlos eine Hand voll (10 – 13 Stück) Aufkleber bestellen mit der Aufschrift „Ich bin Unsichtbar“ (Unsichtbar ist dabei das Logo des Verlages). Einzige Bedingung ist, daß der Empfänger mind. einen Aufkleber verklebt, das fotografiert und das Bild an den Verlag zur freien Benutzung sendet. Beworben wurde die Aktion über Newsletter, eigene Webseite, Facebook und Twitter.

Als Anreiz wurde ein ungewöhnlicher Gewinn ausgeschrieben:

  1. Preis: Eine Lesung eines Autors des Unsichtbar Verlages (frei wählbar). Man durfte diesen Autor dann einen Tag lang so nutzen wie man es mochte, also egal ob in einer Halle vor 1000 Menschen, oder allein als Gute Nachtgeschichten-Erzähler.
  2. Preis: Alle Bücher des Unsichtbar Verlages kostenlos für 2 Jahre
  3. Preis: Alle Bücher des Unsichtbar Verlages kostenlos für 1 Jahr

Während der Aktion wurden die Preise noch ausgedehnt auf je 1 T-Shirt mit dem Aufdruck „Ich bin Unsichtbar“ für die Plätze 4 bis 10.

Inwiefern war die Social-Media-Marketing-Maßnahme erfolgreich?

Durchführungführungsphase:

Der Aktionszeitraum war mit 3 Monaten absichtlich lange angelegt um etwaige Nebeneffekte der Aktion mit zu nutzen. Im Aktionszeitraum haben ca. 1.300 Personen kostenlose Aufkleber bestellt. Die Bilder kamen über den gesamten Zeitraum der Aktion verteilt an mit steigender Tendenz. Insgesamt gingen 1.029 Fotos bei uns ein. Alle
eintreffenden Bilder wurden täglich auf der Facebookseite eingestellt und rege von den Fans kommentiert. Die Zahl der Fans stieg im Aktionszeitraum von ca. 1.500 auf über 5.000.

Am Ende der Aktion wurden erst 20, dann 10 Bilder vorausgewählt und den Kommentaren der User zur Verfügung gestellt, woraus dann von uns unter Berücksichtigung der Kommentare die Gewinner ermittelt wurden. Hier der Link zu den Gewinnerbildern.

Die Gewinnerin hat sich dann dafür entschieden zu unserer Autorenfreizeit zu kommen und sich dort von allen Autoren vor Ort „belesen“ zu lassen.

Welche Kosten sind entstanden:

Der Druck der ca. 15.000 Aufkleber kostete ca. 350 Euro. Portokosten: ca. 500 Euro (Infopost, immer wenn 50 Bestellungen zusammen waren wurde versendet, aber auch einzelne Sendungen ins Ausland). Sonst wurden nur Zeit und Spaß investiert.

Welche Erfolge hat der Verlag dadurch erzielt:

  1. Allein die verklebten Aufkleber im ganzen deutschsprachigen Raum sind eine tausendfache kostenlose Werbung – Guerillamarketing.
  2. Die Kunden wurden mit der Marke vertraut gemacht und auch gebunden.
  3. Freunde und Bekannte der teilnehmenden Personen wurden ebenfalls über Facebook auf den Verlag aufmerksam, da jeder für seine Bilder Werbung gemacht hat.
  4. Die Zahl der Twitter-, Facebookfreunde und Newsletterabonennten stieg enorm an, siehe auch.
  5. Die Presse hat weitläufig darüber berichtet und sogar der BR kam und hat darüber einen Film gedreht.
  6. Die Fotos werden für Webseite, Flyer, Aufsteller und zur Messedekoration benutzt.

Ausblick: Wie ging/geht es ggf. weiter?

Es hat sich eine Fangemeinde gebildet, die nicht nur T-Shirts forderten, welche es dann auch gab, sondern auch selbst Aktionen unter dem Motto durchgeführt haben und auch unaufgefordert Filme eingesendet haben:

Um den Aufkleber „Ich bin Unsichtbar“ und das limitierte Shirt hat sich ein kleiner Kult gebildet. Zur zeit bilden sich wie bei einen Fußballfanclub die Unsichtbar Ultras.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Unsichtbar Verlag
Andreas Köglowitz
Wellenburger Str. 1
86420 Diedorf