Jonas Winner: Nutzung von Gestaltungsmitteln aus dem Fernsehen für die Thriller-Reihe „Berlin Gothic“

Kurze Beschreibung des Akteurs

Jonas Winner ist Autor der Thriller-Reihe „Berlin Gothic“ (sieben E-Books), die er selbst als Verleger (Berlin Gothic Media) veröffentlicht hat. Er wurde in Berlin geboren, wuchs in Rom und den USA auf, arbeitete auf dem Bau, am Fließband und als Nachtportier, studierte und schloss mit einer Promotion über Spieltheorie ab. Er drehte Reportagen fürs Fernsehen und schrieb Drehbücher für ARD, ZDF, Sat.1 und RTL. Sein Debüt-Thriller „Davids letzter Film“ er schien bei dtv. Seit August 2011 erscheint sein siebenteiliger Thriller „Berlin Gothic“ (monatelang KINDLE #1 BESTSELLER).

Beschreibung der Marketing-Strategie

Ziel der Aktivitäten des Autors war es, seinen Thriller „Berlin Gothic“ so oft wie möglich zu verkaufen, nicht nur wegen der Einnahmen, sondern auch, um die Bücher maximal zu verbreiten und einen größtmöglichen Leserkreis so einfach wie möglich zu erreichen.

Die besondere Idee bei dem Projekt „Berlin Gothic“ besteht u.a. darin, dramaturgische Mittel, die sonst z.B. bei Fernsehserien verwendet werden, auf den Bereich des Romans / Thrillers zu übertragen. Diese Idee war bis dahin – soweit uns bekannt – bisher noch nicht so konsequent umgesetzt worden und hat sich im Internet tatsächlich als erfolgreich erwiesen.

Das Neue und viral Interessante sind dabei nicht unbedingt die üblichen begleitenden Marketing-Maßnahmen wie der Einsatz von Twitter und Facebook, die für das „Produkt“ Buch genutzt wurden, sondern bereits die Gestaltung des Gesamtwerkes an sich, das so aufbereitet wurde, wie es viele Literaturfreunde normalerweise nur aus anderen Medien wie Kino, Radio oder Fernsehen kennen: als mehrteilige Spannungserie mit Cliffhangern und Suchtpotential.

So veröffentlichte der Autor im August 2011 zunächst einen einzigen Thriller-Teil (ungefähr 200 Seiten Taschenbuchgröße), der die Leser „anfixen“ sollte. Zu einem Preis, bei dem Leser gerne auch mal etwas Unbekanntes testen, nämlich 0,99 Euro.  Er hat von Anfang an klar gemacht, dass weitere Teile nur folgen, wenn jeder Band den Folgeband finanziert. Das führte bei den infizierten Lesern – die mehr von diesem Lese-Stoff wolten – zu dem Effekt, dass sie andere mit ihrer Begeisterung ebenfalls ansteckten, fleißig Rezensionen auf Amazon und in ihren Blogs schrieben, um möglichst einen weiteren Folgeroman zu finanzieren. Und so folgten sechs von Lesern vorfinanzierte Bände nacheinander. Dabei ließen sich die Leser auf das ungewöhnliche Abenteuer, ja Risiko, ein, dass sie möglicherweise nie das Ende des von ihnen begonnenen Thrillers erfahren werden. Ein geschickter emotionaler Kick, der gerade diese Zielgruppe angesprochen haben dürfte.

Um diese Viralität auch in eine andere Ebene zu bringen hat Jonas Winner Meinungsbildner angeschrieben und ihnen einen Amazon-Gutschein für den ersten Band geschickt.

Inwiefern war die Marketing-Strategie erfolgreich?

Zum einen konnte der Autor sechs eBooks aus den jeweiligen Vorgängerromanen vorfinanzieren.

Zum anderen sind mehr als 100.000 verkaufte eBooks auf Amazon in 10 Monaten in Deutschland wohl so ungewöhnlich erfolgreich, dass sogar Amazon sich veranlasst sah, dazu eine Presse-Mitteilung herauszugeben.

Zudem interessieren sich plötzlich, durch den Erfolg aufmerksam geworden, mehr und mehr klassische Medien wie die Feuilletonseiten von Zeitungen und Magazinen für den Autor.

Können Sie Zahlen als Beleg für den Erfolg nennen?

Die Berlin Gothic Reihe ist mit der Veröffentlichung des ersten Bands am 26.08.11 gestartet. Nach jetzt einem Jahr wurden mehr als 109.000 E-Books verkauft.

Ausblick: Wie geht es weiter?

Als nächstes erscheint im Oktober erst mal – ganz klassisch – ein neuer Roman von Jonas Winner bei Droemer Knaur.

Der letzte Band von „Berlin Gothic“ erschien erst Ende Juni, insofern ist die virale Entwicklung noch nicht abgeschlossen.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Für das Team des KrimiKiosk Verlages reicht Petra Weber diesen Vorschlag nach Rücksprache mit Jonas Winner ein.