Internationale Jugendbibliothek: Bekanntmachung des White Ravens Festivals 2012 über Soziale Netzwerke

Kurze Beschreibung des Akteurs

Im Juli 2012 veranstaltete die Internationale Jugendbibliothek in München zum zweiten Mal das White Ravens Festival. Während des fünftägigen Festivals lasen 14 Autoren aus dem In- und Ausland aus ihren Büchern, gaben Workshops und stellten in Podiumsdiskussionen sich und ihre Arbeit dem bayerischen Publikum vor. 7500 Besucher kamen zu den Veranstaltungen die in München und 34 bayerischen Städten stattfanden.

Im Rahmen der Pilotstudie „Jugendliteratur und Soziale Netzwerke (JL 2.0)“ brachte das White Ravens Festival die Bücher, Autoren und Veranstaltungen in den Sozialen Netzwerken ins Gespräch. Folgende Kernfrage bestimmte unsere Vorgehensweise: Können Jugendliche, die soziale Netzwerke wie Facebook für die persönliche Kommunikation mit Freunden nutzen, auch für einen öffentlich geführten Austausch über Jugendbücher und jugendliterarische Themen gewonnen werden?

Beschreibung der Marketing-Maßnahme

Zunächst wurden Accounts auf verschiedenen Plattformen eingerichtet. Das Zentrum der Berichterstattung war das White Ravens Festival Blog, auf dem alle Blogbeitrage gesammelt und einsehbar sind. Neben diesem Blog wurde auch das Dokumentationsblog „Das Nest“ geführt, auf dem alle Interessierten Hintergrundinformationen, Strategien und Vorgehensweisen des Projektes mitverfolgen konnten. Unsere „Hauptspielorte“ waren zunächst Twitter und Facebook sowie YouTube und Vimeo. Allmählich begannen wir auch über flavors.me und Pinterest von unseren Aktivitäten und den Vorbereitungen fürs Festival zu berichten. Da unsere Hauptzielgruppe Jugendliche waren, haben wir uns bei der Berichterstattung auf die eingeladenen Jugendbuchautoren konzentriert. Durch „festivalneutrale“ Erzählstränge wie „Hinter den Kulissen“, „Buchtipps“ oder „White Raven on Tour“ wurden unseren Followern Informationen jenseits des Festivals angeboten – immer mit dem Ziel, direkt mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Der direkte Kontakt zu Jugendlichen hielt sich allerdings anfänglich noch in Grenzen – über ein paar „likes“ kamen wir schwer hinaus. Letztlich haben wir auf „off-line“ Hilfsmittel zurückgriffen. Der Abreißzettel „Jugendliche Gastblogger gesucht“ hat immens geholfen genauso wie die Visitenkarten der White Ravens und weitere Print-Werbemittel, die herkömmlich verteilt bzw. versandt wurden. Den Durchbruch hatten wir allerdings bei der direkten Kontaktaufnahme mit Lehrern – beispielsweise über eine Lehrerfortbildung, einen Besuch in einer Schulklasse oder Telefonaten mit Lehrern, die sich zu Lesungen beim Festival angemeldet hatten.

Inwiefern war die Marketing-Maßnahme erfolgreich?

Die Bereitschaft der Lehrkräfte an der transmedialen Festivalberichterstattung mitzuwirken war erfreulicherweise sehr groß. Von Interviews in Deutsch und Französisch bis hin zu alternativen Enden einer Geschichte war alles vertreten. Etwas ganz besonderes für Autor und Schulklasse war beispielsweise der direkte Kontakt des Autors Nils Mohl mit einer Mittelschul-Klasse, die ein Online-Tagebuch auf der White Ravens Facebook-Seite geführt hat. Durch die ständige Begleitung und Betreuung des Webteams und der Lehrer, so wie Gastblogger-Beiträgen rund um das Thema soziale Netzwerke wurde bei dem Projekt ganz nebenbei für einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Netzwerken sensibilisiert und Medienkompetenz vermittelt. Erfreulich war zudem, dass auch unabhängig von der Zusammenarbeit mit Schulklassen, sich Jugendliche als Gastblogger am Projekt beteiligt haben. Sie besuchten selbst gewählte Veranstaltungen und hielten per Video oder über geschriebene Blogbeiträge Ihre Eindrücke vom Festival fest. Durch den Festival-Termin im Juli 2012 war ein „natürliches Ende“ unserer Aktionen gegeben. Das erleichterte es uns, den Spannungsbogen ideenreich zu gestalten und auf den Höhepunkt hinzuarbeiten. Highlights der transmedialen Berichterstattung waren das Tweet-Up am Eröffnungstag des Festivals, gefilmte Interviews und Echtzeitberichterstattung von Abendveranstaltungen per Twitter. Nach dem Festival waren wir noch ca. vier Wochen auf den genannten Netzwerken aktiv. Stimmen von Festivalautoren und Besuchern wurden gesammelt und online gestellt.

Dass eine Aktivität in den Sozialen Netzwerken die Reputation einer Kulturinstitution steigert, ist unbestritten. Es ist uns nicht nur gelungen eine Kommunikation von Jugendlichen über Jugendliteratur in sozialen Netzwerken anzuregen, sondern auch mit den oben beschriebenen Erzähl- und Werbestrategien innerhalb weniger Monate das Projekt, das White Ravens Festival und den Veranstalter, die Internationale Jugendbibliothek, in den sozialen Netzwerken ins Gespräch zu bringen und sich einen Namen innerhalb Deutschlands zu machen.

Können Sie Zahlen als Beleg für den Erfolg nennen?

Wir beginnen mit dem Kloutwert: Am Höhepunkt unserer Berichterstattung konnten wir einen Klout-Wert von 60 verzeichnen. Für eine Kulturinstitution ist dies ein beachtlicher Wert auf den wir stolz sind! Aber auch unsere Follower-Zahlen auf Twitter (1.250) und Facebook (2.895) sprechen für sich. Während der Festivalwoche haben 875 Tweets unseren definierten Hashtag #wrf12 erhalten, bei Tweet-Grader wurden 94 von 100 Punkten belegt. Das White Ravens Festival-Blog wurde bis heute gut 10.500 mal gelesen.

Ausblick: Wie geht es weiter?

Mit dem „Umzug“ der White Ravens in die Internationale Jugendbibliothek, sowohl auf Facebook, als auch auf Twitter, möchten wir Interessierte weiterhin über Aktionen und Veranstaltungen der Internationalen Jugendbibliothek informieren. Allerdings werden wir nicht im bisherigen Umfang berichten, sondern uns auf einige sog. Peaks konzentrieren. Einer von diesen Peaks ist die diesjährige Frankfurter Buchmesse, ein weiterer Erzählstrang läuft unter dem Titel „Internationale Jugendbibliothek International“. Voraussichtlich werden ab Anfang 2014 die White Ravens wieder auftauchen und über das nächste Festival im Sommer 2014 berichten!

Wer reicht den Vorschlag ein?

Das Web-Team des White Ravens Festivals Tanja Leuthe und Petra Wörsching im Auftrag der Internationalen Jugendbibliothek. E-Mail: webteam@ijb.de, Twitter, Facebook

Bildquelle: Christoph Müller-Girod