BUY LOCAL: Initiative unabhängiger Einzelhändler für eine vielfältige und starke Region

Kurze Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

BUY LOCAL e.V.Der Verein BUY LOCAL ist die Offensive von inhabergeführten Fachgeschäften, die 2012 zunächst aus einer Initiative der Buchhändler unter dem zunehmenden Druck mächtiger Filialunternehmen und international agierender Internetversender entstanden ist. Die Mitglieder verteilen sich über ganz Deutschland und sind darüber hinaus im deutschsprachigen Ausland und in Italien vertreten. In der Zwischenzeit gehören dem Verein unterschiedliche Branchen aus dem Einzelhandel sowie Dienstleistungsunternehmen und Handwerksbetriebe an, die sich in der Pflicht sehen, die Kaufkraft vor Ort zu sichern und die regionale Wertschöpfung zu erhalten.

Der Verein in Zahlen

  • Gegründet: 2012
  • Mitglieder: 200 Mitglieder aus den Branchen Buchhandel, Einzelhandel, Dienstleistungen, Handwerk
  • Hauptamtliche Mitarbeiter: 1,5
  • Gremien/Organe:
    Vorstand/Vorsitzender: Michael Riethmüller
    Geschäftsführung: Ilona Schönle

Beschreibung der Marketing-Maßnahme/-Strategie

Im Fokus aller Bemühungen stehen die Konsumenten, die durch ihre Kaufentscheidungen und -handlungen wesentlich mit dazu beitragen, ob eine Innenstadt lebendig bleibt oder langsam verödet. Hier will BUY LOCAL gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen Bewusstsein und Sensibilität schaffen. Der Verein vertritt den Standpunkt, dass jeder Euro, der in der Region verbleibt und nicht bei Amazon, Zalando & Co. ausgegeben wird, für den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region sorgt und durch die entstehenden Steuereinnahmen die Lebensqualität aller Menschen erhöht. Kindergärten, Schulen, soziale Einrichtungen und Vereine – alle sollen von BUY LOCAL profitieren.

Der Verein hat darüber hinaus ein bundesweites Gütesiegel für lokales Marketing entwickelt, um den qualitativ hochwertigen regionalen Einkauf zu bewerben. Alle  Mitgliedsunternehmen orientieren sich an den Statuten von BUY LOCAL, in denen sie sich u.a. der Nachhaltigkeit verpflichten, mit freundlicher, aufmerksamer und fachlich versierter Beratungskompetenz aufwarten, faire Arbeitsbedingungen garantieren und mit sozialem Engagement in ihrer Region verankert sind. BUY LOCAL ist kein Gegner des Internets. Im Gegenteil: Alle Vereinsmitglieder haben – je nach Branche – einen eigenen Webshop und treiben die Website buylocal.de voran, um lokalen und verantwortungsbewussten Internet-Handel zu ermöglichen, ohne jedoch den „gläsernen“ Kunden anzuvisieren. Zudem setzt sich BUY LOCAL dafür ein, dass Verbraucher und Einzelhändler nicht von profitgetriebenen Konzernen abhängig werden, die weder auf Nachhaltigkeit, Steuerabgaben und menschenwürdige Arbeitsbedingungen achten.

Das Bewusstsein von Verbrauchern, das letztendlich zu einem Umdenken im Sinne eines regionalen Handelns und Fühlens führt, beginnt gerade erst zu erwachen. BUY LOCAL ist eine Initiative der ersten Stunde dieser Bewegung und setzt Akzente in der öffentlichen Wahrnehmung. Ziel ist es, dass diese Bewegung von vielen unabhängigen Einzelhändlern und Handwerkern in ganz Deutschland getragen wird, die aktiv und verantwortungsvoll das Leben in ihrer Region beeinflussen wollen.

Unsere Visionen und Zielsetzungen

Für die lokalen und regionalen inhabergeführten Fachgeschäfte möchte BUY LOCAL als übergeordneter Impulsgeber und Ansprechpartner wirken, um diese darin zu unterstützen, zu starken regionalen Netzwerken zusammenzuwachsen. Die Vision des Vereins: Bundesweit stehen Unternehmen und Bürger gemeinsam für ihre vielfältige und starke Region ein. Inhabergeführte Unternehmen aus den Bereichen Handel, Handwerk und Gastronomie übernehmen Verantwortung für den gemeinsamen Lebensraum und ihre lebendige Innenstadt. Die Kunden unterstützen diese Bemühungen durch ihre bewusste Kaufentscheidung bei engagierten örtlichen Händlern und dem Kauf regionaler Produkte – vor Ort und im Internet.

Ideen, die es dazu bundesweit in verschiedenen Branchen mit ähnlichen Problemen gibt, sollen gebündelt werden. Das Label BUY LOCAL soll diesen Inhalt kommunizieren und als verlässliches Gütesiegel dafür einstehen. Das bedeutet, dass die Mitgliedsunternehmen die Statuten des Vereins und somit die speziellen Qualitätsanforderungen erfüllen, was zum Beispiel ebenso die Führung, Mitarbeiterqualifikation und die Attraktivität ihres Geschäfts betrifft. Insofern versteht sich BUY LOCAL auch als eine Qualitätsoffensive, für die das sympathische Logo mit dem Eichhörnchen und ein Zertifikat werben.

Unter dem Slogan „BUY LOCAL!“ soll dem Kunden vermittelt werden, dass sich die Mitgliedsunternehmen zur Einhaltung bestimmter Regeln verpflichten, um zum Wohle der Region mit gutem Beispiel voranzugehen. Die Fürsprecher von BUY LOCAL sind populäre Persönlichkeiten aus dem Umfeld der Mitglieder, mit denen es auch gemeinsame Aktionen gibt. Als weitere Unterstützer und Sponsoren konnte BUY LOCAL das Zukunftsinstitut von Matthias Horx, den Handelsverband Deutschland als Spitzenorganisation des deutschen Einzelhandels, die Leuphana Universität Lüneburg, die Hochschule für Handel in Stuttgart, den Börsenverein des Deutschen Buchhandels  und Random House gewinnen. Darüber hinaus nutzt BUY LOCAL die unterschiedlichsten Informationskanäle wie die klassischen und neuen sozialen Medien, wo der Verein unmittelbar und aktuell seine Anliegen vertritt.

Unsere Arbeit

Um den Kunden die Suche nach BUY LOCAL-Geschäften in ihrer Region zu erleichtern und allen Mitgliedsunternehmen eine übersichtliche Präsentationsmöglichkeit zu schaffen, wird die Internet-Plattform des Vereins derzeit erweitert. So soll es mit einem „Click“ bald möglich sein, dass Kunden über Suchfunktionen wie Postleitzahl, Standort und Branche schnell und bequem ermitteln können, wo sich der nächste BUY-LOCAL-Händler befindet und was sie dort erwartet. Geplant sind drei Ausbaustufen, bei denen die Anforderungen zu einem Teil aus den Bedürfnissen und Vorgaben der verschiedenen Mitgliedsbranchen und aus Endkundensicht berücksichtigt werden müssen. Als Ziel steht eine gemeinsame Shoppingplattform mit den Waren aller Mitglieder. Phase Eins, für deren Umsetzung die Mitgliedsunternehmen mit großer Begeisterung ihre Firmenportraits ablieferten, befindet sich gerade in der Umsetzung. Das BUY LOCAL-Team, das das Projekt koordiniert, wird dabei von den Profis einer Softwarefirma unterstützt.

In kurzer Zeit wurden Plakate, schön gestaltete Postkarten mit witzigen Sprüchen („Nimm mich hier“, „Reich und schön“, „Nur mal kurz die Welt retten“), Broschüren und Aufkleber entworfen, um den Mitgliedern sympathisches Werbematerial für die Aufklärung ihrer Kunden an die Hand zu gegeben.

Die Mitgliedsunternehmen engagieren sich vor Ort für BUY LOCAL und informieren über die Vereinsziele bei Stadtmarketing-Gesellschaften und Einzelhandelsverbänden und -gruppierungen. Geschäftsführung und Vorstand des Vereins scheuen ebenfalls keine Mühe, neben ihren hauptberuflichen Tätigkeiten den zahlreichen Einladungen zu Informationsveranstaltungen nachzukommen. Alle Anstrengung ist es wert, wenn sie mit neuen Mitgliedsanträgen zurückkehren und sogar eine ganz besondere Glanzleistung vollbracht haben: in Singen am Hohentwiel und in Tübingen wurden bereits Initiativen gebildet, die sich als BUY-LOCAL-Musterstädte besonders hervortun möchten. Ravensburg steht ebenfalls auf der Liste der Kandidaten.

Inwiefern ist/war die Marketing-Maßnahme/-Strategie erfolgreich?

Dass BUY LOCAL DIE gute Idee zum richtigen Zeitpunkt war, zeigen zum Einen das große Medieninteresse (Beiträge im Spiegel, bei SAT 1, im ZDF und den jeweiligen Branchen- und Regionalmedien) und die Unterstützung durch sehr renommierte Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und Verbände (Ravensburger Buchund
Spieleverlag, Random House, Zukunftsinstitut Matthias Horx, marcapo, Leuphana Universität, Hochschule für Handel Stuttgart, Börsenverein des Deutschen
Buchhandels, HDE- Handelsverband, ZVA- Augenoptikerverband, zahlreiche Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern).

Die steigenden Zugriffzahlen auf unsere Website www.buylocal.de sowie die Zugriffe auf unseren Explainity Film bei Youtube und die Follower auf Facebook belegen das große Interesse, die öffentliche Wahrnehmung und die Bedeutung der Idee und Initiative BUY LOCAL.

„BUY LOCAL – erlebe Deine Stadt“ ist als Wort-Bildmarke rechtlich geschützt. Jedoch BUY LOCAL als Begriff sowie das Eichhörnchen Symbol wurden und werden zahlreich kopiert. Dies ist ebenso ärgerlich wie unvermeidbar, da der Begriff BUY LOCAL rechtlich nicht geschützt werden kann und das Eichhörnchen generell eben auch nicht. Dergestalte Nachahmungen wollen den Gedanken speziell nur auf ihre jeweiligen Regionen oder Städt anwenden (z.B. die Lokalis in Berlin oder Buy Local München) und/oder der persönliche Reibach steht im Vordergrund und der vordergründig proklamierte Regionalgedanke ist nur das Deckmäntelchen. Dennoch: Nur was gut ist, wird auch kopiert.

Es gibt einige Untersuchungen aus den USA, wo es schon seit mehr als zehn Jahren Buy Local Initiativen gibt. Dort, wo diese Vereine aktiv sind, ist ein deutliches Umsatzplus der beteiligten Buy-Local-Unternehmen zu beobachten.

Gemäß einer aktuellen Studie des Zukunftsinstitutes ist „lokal“ das neue „bio“. Es beginnt gerade ein Umdenken in Deutschland, wobei der Internetboom natürlich nachwievor ungebrochen ist. BUY LOCAL ist auch nicht gegen das Internet, plädiert aber für einen verantwortungsvollen Umgang beim Kauf im Netz. Vor allem jedoch hält BUY LOCAL seine Mitgliedsunternehmen an, den Kunden einen attraktiven Internetauftritt zu bieten und branchenspezifisch ist ein eigener Webshop ein Aufnahmekriterium in den Verein. Viele Verbraucher besinnen sich aktuell darauf, woher die Waren stammen, die sie einkaufen. Um einer zunehmenden Verödung der Innenstädte entgegenzuwirken, ist es jedoch auch höchste Zeit für ein solches Umdenken. Allein mit ihren Kaufentscheidungen haben Verbraucher einen großen Einfluss auf die Lebensqualität und Attraktivität ihrer Umgebung und Region.

Was ist im ersten Jahr BUY LOCAL schon alles „gelaufen“?

Wir arbeiten mit namhaften wissenschaftlichen Einrichtungen wie der Leuphana Universität Lüneburg, der Hochschule für Handel in Stuttgart und dem Zukunftsinstitut von Matthias Horx zusammen. Das sichert eine fundierte wissenschaftliche und professionelle Basis. Das Medieninteresse an BUY LOCAL ist sehr groß. Auch haben wir innerhalb eines Jahres schon mehr als 200 Mitgliedsunternehmen und knapp 1.700 Follower auf Facebook gewonnen. Allein unser charmanter Kurzfilm, der die Idee BUY LOCAL in weniger als drei Minuten erklärt, wurde in sechs Monaten mehr als 11.000 mal auf YouTube angesehen. Daher wage ich schon jetzt zu sagen, dass BUY LOCAL in Deutschland eine sehr erfolgreiche Initiative ist. Feedback von Mitgliedern und Konsumenten bekommen wir auch viel über unsere Facebook Seite. D.h. der überregionale  Vernetzungsgedanke greift.

Auch wurde die Palette der Werbemittel von einer Händlerbroschüre und Aufklebern um ein vielfaches erweitert. Es gibt nun noch den BUY LOCAL Explainity Film, BUY LOCAL Luftballons, Gummibärchen in Eichhörnchenform, Postkarten, Plakatvorlagen und Taschen, die allesamt die BUY LOCAL Fachgeschäfte in die Lage versetzen sollen, die Idee BUY LOCAL in ihre indivudellen Werbe Aktivitäten vor Ort einzubinden. Ermöglicht werden diese Aktionen durch großzügiges Sponsoring und Partnerschaften.

Gibt es eine aktuelle BUY LOCAL Aktion?

Wir haben gerade damit begonnen, in Kooperation mit anderen Verbänden die Wirtschaftsministerien aller Bundesländer anzuschreiben, um die staatlichen Fördergelder für Logistikzentren der einschlägigen Internetversender kritisch zu hinterfragen. Ein Erfolgserlebnis dieser Aktion ist, dass der baden-württembergische Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid persönlich zu Besuch kam, um sich über die Arbeit von BUY LOCAL zu informieren. Idee und Vorlagen zur Briefaktion stammen von BUY LOCAL.

Ausblick: Wie geht/ging es ggf. weiter?

  • Eine der Besonderheiten von BUY LOCAL e.V. ist es, dass die Initiative nicht nur überregional und branchenübergreifend aktiv ist, sondern auch Bürger und Konsumenten als Fördermitglied aktiv werden können. Eine Endkundenbroschüre ist nahezu fertiggestellt. Damit wurde einem vielfachen Wunsch der beteiligten Mitgliedsunternehmen entsprochen, die neben den Werbemitteln wie Gummibärchen, Postkarten etc. noch weitere Informationsunterlagen zur Verbraucheraufklärung wünschen.
  • Derzeit beginnen wir mit „marcapo“, einem Sponsor von BUY LOCAL, damit, eine eigenständige Studie für BUY LOCAL in Deutschland vorzubereiten.
  • Aktiv haben wir nun auch begonnen, über die Handwerkskammern und mit Medien des Handwerks zusammen die Initiative im Handwerk zu verbreiten.
  • Durch die Erfahrung der Gründung der beiden BUY-LOCAL-Musterstädte in Singen und Tübingen sind wir zwischenzeitlich auch in der Lage, allen Interessenten, die sich für die Verbreitung der Idee in ihren jeweiligen Regionen oder Städten interessieren, fertige Vorlagen und Leitfäden an die Hand zu geben. Derzeit gibt es in fünf weiteren Orten in Deutschland Bestrebungen ein BUY-LOCAL-Netzwerk zu errichten. Dies unterstützen und begleiten wir mit der Expertise der bereits aktiven Musterstädte.
  • Um das Medieninteresse zu erhalten und auch weiterhin die Bekanntheit von BUY LOCAL zu erhöhen, planen wir mit Kinos und potenten Partnern wie der Volksbank zusammenzuarbeiten. Gespräche haben bereits stattgefunden. Was die konkreten Ideen in diesem Zusammenhang sind, soll hier jedoch noch nicht verraten werden.
  • Mit einem regionalen Radiosender, der uns mit Medialeistungen im Gegenwert von 15.000 € unterstützt, realisieren wir derzeit einen Radiospot, der von allen BUY-LOCAL-Mitgliedern genutzt werden kann und hoffentlich von zahlreichen Radiostationen bundesweit ins tägliche Programm übernommen wird. BUY LOCAL bekommt daher neben der visuellen Erkennbarkeit (orangenes Eichörnchen) noch ein akustisches Logo. BUY LOCAL auf allen Kanälen :)

Wer reicht den Vorschlag ein?

Ilona Schönle
Geschäftsführerin
BUY LOCAL e.V.

  • Mit freundlicher Gestaltung

    Schön, dass es dem Eichhörnchen gut geht!

  • Kickbacknehmer

    Ist es Ihr Verständnis von Fairness, einen Verein mit 200 Mitgliedern gegen Einzelpersonen auftreten zu lassen? Oder will man einfach „Buy Local“ den Preis zuschieben? Sieht echt nach Kickback aus…

    • Hier treten ganz unterschiedliche Akteure seit 2011 an und es war keineswegs so, dass die Großen immer die meisten Stimmen bekommen haben. Die Sorge ist also nicht notwendig. – Zuschieben geht auch nicht, weil das die Jury entscheidet. Keine Angst.

      • ariadne

        der meinte wahrscheinlich, wenn auch auf a bißl derbe art, dass die großen Akteure mehr Klick-Kapazitäten haben, was auch irgendwie wahr ist… wenn so ein großverein alle seinen mitglieder ans abstimmen loslässt, hat ein einzelkämpfer mit allen seinen freunden, familie etc immer noch keine chance.

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