UTB: Interviewreihen mit Wissenschaftsautoren und „Studiertieren“

Kurze Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

Das UTB-Verlagsprofil: Alles fürs Studium

Als wissenschaftliche Taschenbuchreihe 1970 gegründet, bietet UTB heute Studienliteratur vom kompakten Einführungstext in Rot über das farbig illustrierte Studienhandbuch in Blau. Aktuell sind ca. 1.500 Bücher lieferbar, alle sind über den Buchhandel oder den UTB-Shop zu beziehen. In den letzten Jahren hat UTB kontinuierlich sein elektronisches Angebot ausgebaut. In der Online-Bibliothek sind über 1000 Titeln digital verfügbar. Ein EPub-Angebot und verschiedene Apps ergänzen das Angebot.

UTB ist allerdings nicht „nur“ ein Verlag, sondern eine Arbeitsgemeinschaft von fünfzehn Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diese haben sich zusammengeschlossen, um unter der Marke UTB ein gemeinsames Lehrbuchprogramm zu publizieren.

Jährlich veröffentlichen die fünfzehn UTB-Verlage über 150 neue Titel aus ca. 30 Fachbereichen – von den Agrarwissenschaften über Geowissenschaften, Literaturwissenschaften und Theologie bis hin zu den Wirtschaftswissenschaften.

Beschreibung der Marketing-Idee

Die in den UTB-Titeln behandelten Themen sind hochinteressant: Warum sinkt die Wahlbeteiligung? Warum scheiterte die Daimler‘scheWelt AG? Wie funktioniert Lesen Lernen bei Kindern? Wo steht der deutsche Kinder- und Jugendfilm im internationalen Vergleich? Das sind nur einige Fragen aus der Politikwissenschaft, der Wirtschaftswissenschaft, der Sprachpsychologie und der Medienwissenschaft.

Im Lehrbuch sind diese Themen so aufbereitet, dass sie sich zum Lernen eignen und richten sich dort auch an wissenschaftlichen Standards der Sprache und Genauigkeit aus – das heißt, sie sind in einer Form, die sich erst mal nicht für das schnelle Lesen im Internet oder für lustige Werbung eignen.

Unsere Problemstellung:

Wie können wir dennoch auf unsere monatlich neuen Bücher und Themen aufmerksam machen? Und wie schaffen wir dies mit unseren begrenzten zeitlichen Ressourcen?

Seit Januar 2013 stellen wir pro Woche einem Autor einer Neuerscheinung per Mail etwa fünf Fragen. Die Form (Online-Veröffentlichung) und die Fragen regen einen nicht ganz so streng wissenschaftlichen Stil an, so dass die Lesbarkeit im Internet gewährleistet ist. Der Aufwand (fünf Fragen pro Woche formulieren) bewegt sich in einem überschaubaren Rahmen und wir können so wöchentlich unsere Themen in den Blickpunkt rücken. Das ist Imagearbeit, Zielgruppenansprache und verbessert gleichzeitig die Autorenbindung.

Inwiefern ist/war die Marketing-Idee innovativ oder neuartig?

Innovativ/neuartig ist die Form in Bezug auf Wissenschaftsautoren. Im Bereich Belletristik ist das Autoreninterview nicht neu. Viele Wissenschaftsautoren sind es jedoch nicht gewohnt, sich auch für Laien verständlich auszudrücken und sich nicht nur innerhalb der scientific community zu bewegen. Einige Naturtalente gehen als Wissenschaftsblogger voran, aber die Hürde, einen Blogartikel zu verfassen, ist für die meisten recht hoch, so dass sich das Autoreninterview als sowohl für Autoren als auch für Leser ideale und realisierbare Form herausgestellt hat.

Ist/war die Idee ansteckend oder vielleicht sogar stilprägend?

Ansteckend und stilprägend waren die Interviews zunächst hausintern: unsere Praktikanten sind selbst Studierende und befragen neuerdings ihre Kommilitonen. Studierende sind unsere Hauptzielgruppe und kommen auf diese Weise einmal selbst zu Wort. Da die Praktikanten wechseln, steht das Ganze unter dem Motto „Studiertier (eine flapsige „Berufsbezeichnung“ für Studenten) fragt“. Von den befragten Studenten kann man z.B. lernen, was der Dirt-Devil-Exorzist ist, dass man nach 2 Flaschen Sekt mit dem verantwortlichen Prof schon mal Getränketechnologie studieren kann und wie einen die Jugendfarm nach Ghana bringen kann.

Ausblick: Wie geht/ging es weiter?

Das Format hat sich bewährt und wird weitergeführt. Wenn alles gut läuft, könnten die Autoren- und Studierendeninterviews Grundstein für unser Verlagsblog sein. So könnten wir die Google-Auffindbarkeit verbessern und die Einbindung in die Community. Im Blog wäre dann durch die Kommentarmöglichkeit auch eine Diskussion der Themen möglich.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Heike Schmidt und Susanne Ziegler
UTB