Annika Bühnemann: Mit Marketing-Mix Verkauf von knapp 3.000 e-Books als Indie-Neuautorin

Kurze Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

Annika BühnemannAnnika Bühnemann bezeichnet sich selbst als schreibwütig, ehrgeizig und kaffeephil. Mit ihren 26 Jahren gehört sie in der Riege der Autoren noch zu den Küken, was sie allerdings nicht daran gehindert hat, ihren Debütroman „Auf die Freundschaft!“ innerhalb von vier Wochen mehrere tausend Mal zu verkaufen, ohne bereits einen festen Lesekreis zu haben. Der Mix aus diversen Marketingmaßnahmen, die einnehmende Persönlichkeit sowie die Nähe zum Leser waren dabei die Zugpferde.

Beschreibung der Marketing-Maßnahme/-Strategie

Vor der Veröffentlichung ihres Buches machte sich Annika Bühnemann im Internet nicht nur darüber schlau, wie Romane aufgebaut sind, wie man Charaktere entwickelt und was einen Roman lesenswert macht. Auch das Marketing war für das Nordlicht ein sehr wichtiger Aspekt, denn es gibt kaum Menschen, die Bücher von Autoren kaufen, die sie nicht kennen. In Foren und Blogeinträgen las sie, dass junge Autoren im Selbstverlag mit 100 verkauften Exemplaren im Monat bereits als erfolgreich gelten. Das Ziel der eingesetzten Maßnahmen war also klar: Mindestens 100 Bücher im ersten Monat verkaufen und sich nach und nach einen gewissen Namen machen, sodass man bekannter wird und die Reichweite erhöht.

Auf die FreundschaftVier Monate vor der Veröffentlichung schmiss Annika Bühnemann die Marketingmaschinerie an: Die Webseite, die bereits seit ein paar Monaten bestand, wurde überarbeitet und aktualisiert. Eine Facebookseite entstand, zu der alle Freunde eingeladen wurden und die innerhalb von zwei Tagen mehr als 100 Likes verzeichnen konnte. An strategisch günstigen Tagen wie kurz vorm Wochenende stellte Annika Bühnemann regelmäßig kleine Appetithäppchen vor: Die Enthüllung des Covers wurde in vier Teilen gefeiert, wobei jede Woche ein weiterer Teil zu sehen war. Es gab einen Buchtrailer, Zitate aus dem Manuskript und eine XXL-Leseprobe über die ersten drei bereits lektorierten Kapitel. Zusätzlich wurde ein Countdown der letzten 100 Tage runtergezählt und kurz vor der Veröffentlichung gab es „Auf die Freundschaft!“ als e-Book und Taschenbuch zu gewinnen.

Im September fanden zudem die ersten Lesungen in der Region statt, in der Annika Bühnemann wohnt.

Inwiefern ist/war die Marketing-Maßnahme/-Strategie erfolgreich?

Es zeigte sich, dass das sich aufbauende Netzwerk aus interessierten Bekannten und neuen Kontakten bei der Bekanntmachung des Romans sehr hilfreich war. So wurden regelmäßig Beiträge geteilt und empfohlen und andere User wiesen von sich aus auf Buchtrailer, Leseprobe und die Veröffentlichung hin. Schon vor der Veröffentlichung waren somit Blogger, andere Indie-Autoren und Buchinteressierte auf die junge Frau aufmerksam geworden.

Vielleicht ist es interessant, zu erwähnen, dass Annika Bühnemann in dieser Zeit etwa 40 bis 50 Stunden in der Woche für ihren Erstberuf (Marketeer) eingespannt war und gleichzeitig ihre Hochzeit vorbereitet hat, die ebenfalls – wie die Veröffentlichung des Romans – im August stattfinden sollte. Außerdem war das Manuskript zu dieser Zeit noch in der Überarbeitung mit der Lektorin und wurde erst wenige Tage vor der Veröffentlichung fertig.

Als „Auf die Freundschaft!“ pünktlich zum angekündigten Termin erschien, wurde das e-Book bereits in den ersten sieben Tagen 68 Mal verkauft. Durch die Erwähnung auf der sehr bekannten e-Book-Empfehlungsseite www.xtme.de konnten in der zweiten Woche sogar 275 Exemplare zusätzlich verkauft werden, und die Verkaufszahlen stiegen weiter. Knapp 3.000 e-Books wurden bisher verkauft (Stand: 23. September). Das Ziel von 100 oder mehr e-Books wurde also nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen.

Ausblick: Wie geht/ging es weiter?

In der Länge liegt die Last, könnte man sagen. Die meisten Freunde und Bekannten haben das Buch gekauft und gelesen, das heißt, es wird immer schwieriger, neue Leser für sich zu begeistern. Die Maßnahmen, im familiären Umkreis Werbung für sich zu machen, sind ausgeschöpft, es gilt nun also, seine Sichtbarkeit zu erhöhen und die Leser zu überzeugen, die „Auf die Freundschaft!“ noch nicht kennen. Bisher scheinen die Maßnahmen zu fruchten und auch Verlage sind auf die 26-Jährige bereits aufmerksam geworden. Gleichzeitig arbeitet Annika Bühnemann zurzeit an ihrem neuen Roman, der im Sommer 2014 erscheinen soll.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Nina Hasse, Autorenkollegin