Constantin Alexander: Bilder von Politikern, die in Bratwürste beißen

Kurze Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

Ich bin freier Journalist (u.a. dpa) und arbeite im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich. Außerdem bin ich Musiker und Künstler (beatpoeten.wordpress.com).

Beschreibung der Marketing-Idee

Im Oktober 2012 fing ich mittels tumblr-Blog (peoplebitingintobratwurst.tumblr.com) an, Bilder von Menschen zu sammeln, auf der sie in Bratwürste beißen. Parallel analysierte ich Fotos, auf denen Politiker dies taten. Das Ergebnis: Es gibt von nahezu jedem PolitikerIn in Deutschland ein Bild, auf der er oder sie in eine Bratwurst beißt. Und: Es sieht nie gut und würdevoll aus. Auf der diesjährigen re:publica hielt ich darüber einen Vortrag im Kontext politischer Inszenierung, auch mit Blick auf die Bundestagswahlberichterstattung.

Kurz vor der Wahl explodierte dann die Aufmerksamkeit, und ich wurde unter anderem von der taz, Handelsblatt, WDR, HR1 sowie dem ZDF interviewt. Das Experiment, anhand der Bratwurst deutsche Politik und Medien zu erklären und so gleichzeitig ein skurril anmutendes Thema wissenschaftlich zu erklären und daraus ein politisches Entertainment zu machen, ist geglückt. Eine wissenschaftliche Auswertung wird gerade verfasst.

Inwiefern ist/war die Marketing-Idee innovativ oder neuartig?

Neu und innovativ an der Idee oder dem Experiment ist die komplette Ausrichtung auf die jeweiligen Medien: Von Web-2.0-Applikationen über Wissenschaftsformate bis hin zum ernsten politischen Journalismus – die Bratwurst wurde jeweils als Variable verstanden und benutzt, um ein perfekt auf das jeweilige Medium angepassten Mehrwert zu erzeugen: Klickstrecke für Online, Fotos in Print, Videos für TV sowie Beschreibungen für Radio.

Ist/war die Idee ansteckend oder vielleicht sogar stilprägend?

Noch während des Bundestagswahlkampfes ist die Nutzung von politischen Memes rasant angestiegen und hat inzwischen – meiner Meinung nach – einen festen Platz in den Medien und der Kultur. Die Idee, anhand eines Details ganze Blogs zu betreiben ist inzwischen normal und bietet Raum nicht nur für Unterhaltung und wissenschaftliche Analyse, sondern auch für Werbung und Marketing.

Ausblick: Wie geht/ging es weiter?

Wie oben erwähnt sitze ich gerade an einer wissenschaftlichen Analyse und Verarbeitung des Experiments im „Labor Deutsche Politik- und Medienszene“. Gleichzeitig gibt es Verhandlungen, diese Arbeit als Gonzo-journalistisches Buch oder Blog herauszubringen.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Constantin Alexander