Stephan Porombka: Autor und Professor für Texttheorie und Textgestaltung an der UdK Berlin

Kurze Beschreibung der Persönlichkeit, die nominiert wird

Stephan PorombkaStephan Porombka ist Autor und Professor für Texttheorie und Textgestaltung an der Universität der Künste in Berlin. Zuvor hat er an der Universität die Studiengänge für Kreatives Schreiben, Kulturjournalismus und Literarisches Schreiben entwickelt und geleitet.

Als Social-Media-Artist bewegen sich seine Arbeiten zwischen Satire und Kritik.

In welcher Hinsicht hat die Persönlichkeit im letzten Jahr einen Unterschied gemacht?

Das Thema „Literaturkritik“ ist nicht neu und doch beschäftigt es uns dieser Tage besonders: Der Leser ist mächtiger als je zuvor! Kundenrezensionen auf amazon, im Verlagsshop oder anderen Plattformen können anonymisiert abgegeben werden und für manchen gibt es kein Halten mehr. Stephan Porombka hat bereits 2006 bei UTB ein Buch darüber verfasst, wie man Kritiken schreibt und sich darin bereits ausführlich mit Online-Leserrezensionen beschäftigt.

„Zu lernen, wie man Kritiken schreibt, das heißt zu lernen, wie man sich mit kulturellen Artefakten kritisch auseinander setzt.“

So schreibt er in seinem Buch bei UTB. Kein anderer steht mit seiner ganzen Person so sehr für das Thema der aktuellen Literaturkritik, für die gern online ausgeübte Leserrezension wie Stephan Porombka. Aber auch noch für so viel mehr.

Für den Spiegel gehört er zu Deutschlands besten Professoren.

Kaum zu überschätzen ist, was er für die Renovierung des Bildes vom deutschen Professor und der Universität tut. Er zeigt in gedruckten Einführungstexten zum Web 2.0 und im Dauerfeuer bei Twitter und Facebook, wie produktive Gegenwartsbeobachtung aussehen kann.

Er ist provokant und zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht nur über die Dinge theoretisch schreibt, sondern alle Formen der Kritik selbst ausübt, probiert, damit spielt. Seine Spielwiese ist dabei nicht nur die Literatur, sondern  auch die Buchbranche, der Kulturbetrieb bis hin zur Gesellschaftskritik.

Sein Magazin für die nächste Literatur wurde gefördert von der Bundeskulturstiftung (KONZEPT, REDAKTION, ORGANISATION Litflow. Thinktank und Magazin für die nächste Literatur August bis Oktober 2012.)

Wie hat die Persönlichkeit es geschafft, andere anzustecken?

Der Witz, mit dem Porombka arbeitet, hat Methode. Er arbeitet mit den kleinen Formen, um Impulse zu setzen, die Wirkungen zeigen. Aus dem, was er an Informationen aus Büchern, Zeitungen, aus dem Netz und aus Gesprächen aufnimmt, zieht er sich sein Material. Abgesehen hat er es dabei auf Allgemeinplätze, auf das, was wir alle zu wissen meinen. Was immer auch als Selbstverständlichkeit in unserer Welt besteht: Porombka nimmt es auf, formt es in kleine Wendungen, Szenen, Dialoge, Bilder – und nimmt es hoch. Der Effekt ist, dass man die Sachen danach nicht mehr so sehen kann, wie man sie vorher gesehen hat. Vor allem muss man lachen. Und Lachen ist ansteckend. Angesteckt hat er damit in nur einem einzigen Jahr eine große Zahl von Followern.

Wer reicht den Vorschlag ein?

UTB
Heike Schmidt und Susanne Ziegler