Tilo Jung: Mit „Jung & Naiv“ Politik-Vermittlung für Desinteressierte

Kurze Beschreibung der Persönlichkeit, die nominiert wird

Tilo JungTilo Jung hat mit dem von ihm erfundenen Format „Jung & Naiv“ das Reden über Politik wieder anschlussfähig auch für politisch Desinteressierte gemacht. In einem erstaunlichen Kraftakt hat er seit dem Krautfunding im Frühjahr 2013 inzwischen 88 Interviews geführt.

In welcher Hinsicht hat die Persönlichkeit im letzten Jahr einen Unterschied gemacht?

Es ist nicht nur das andere Fragen, der scheinbar affirmative Tonfall. Es steckt mehr dahinter als die naiven Fragen und das nervöse Zucken eines Fußes. Tilo Jung verhilft durch die Reduktion auf das Naive seinen politischen Interviewgästen zu einer Erinnerung an die eigene Sehnsucht nach Freiheit, die einmal am Anfang ihrer politischen Laufbahn gestanden haben mag. Er schleicht sich mit seinen Fragen in ihr Gemüt – und dann kommt der Augenblick, in dem sie von innen an den Gitterstäben des Käfigs zu rütteln beginnen, in dem sie sich öffnen für das Setting und für die Dauer einer halben Stunde das auf den Leib gewachsene Korsett ablegen. Es gibt fast kein Interview, in dem diese Metamorphose nicht zu beobachten ist.

Weitere Gründe finden sich hier. Ich empfehle auch die Kommentare zu beachten.

Welches deutsche Webprojekt hat es in diesem Jahr gegeben, das ähnlich kenntnisreich und analytisch aufschlussreich bei Techpresident vorgestellt worden ist?

Wer reicht den Vorschlag ein?

Hans Hütt,
freier Autor der FAZ und der taz, Erfinder des Rhetorik-Blogs, Mitgründer von wiesaussieht Gastautor bei Neusprech und Carta