We read Indie: Zusammenschluss von acht Bloggerinnen – für Literatur aus unabhängigen Verlagen

Kurze Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

„We read Indie“ ist ein Zusammenschluss von acht Bloggerinnen, die auf Literatur aus unabhängigen Verlagen aufmerksam machen wollen.  Auf dem gemeinschaftlichen Blog und auf der dazugehörigen Facebook-Seite veröffentlichen wir Rezensionen, Interviews, Porträts sowie Veranstaltungsberichte und liefern darüber hinaus tagesaktuelle News rund um das Indiebook und die Kleinverlagskultur. Dabei ist es uns wichtig, mit Kulturschaffenden und Institutionen verschiedenster Art zusammenzuarbeiten und auch andere Literaturbegeisterte als Gastschreiber mit ins Boot zu holen.

Beschreibung der Marketing-Idee

Nach dem großen Erfolg vom „Indiebookday“, der vom mairisch Verlag initiiert wurde und am 23. März 2013 stattfand, fragte sich die Bloggerin Simone Finkenwirth a.k.a Klappentexterin: Warum nur einmal im Jahr die Kleinverlagskultur stärken? Warum nicht einen Ort schaffen, auf dem regelmäßig über die Indie-Szene berichtet wird? Es dauerte nicht lange, bis sich eine Gruppe von Bloggerinnen zusammenfand (neben Klappentexterin: Ada Mitsou, Bibliophilin, caterina, Mara, Mariki, Sophie und Syn-ästhetisch) und die neue Plattform „We read Indie“ das Licht der Netzwelt erblickte.

 

Bei der Konzeption des Blogs war uns wichtig, auch visuell einen Bezug zum großen Bruder, dem „Indiebookday“, herzustellen. Daniel Beskos vom mairisch Verlag vermittelte uns den Kontakt zu karenina illustration, die dankenswerterweise unser Logo und den Schriftzug für den Blog-Header entwarf. Spätestens jetzt dürfte Hellblau die Farbe der Indiebook-Szene sein.

Am 2. Juni 2013 war der offizielle Launch von „We read Indie“, d.h. wir verschickten Pressemitteilungen und wiesen auf unseren eigenen Blogs und Facebook-Seiten auf das Projekt hin. Die Nachricht verbreitete sich rasant: Zahlreiche Leser, Blogger, Autoren, Verlagsleute und Buchhändler machten auf uns aufmerksam (Beispiel: Voland & Quist), sodass wir innerhalb weniger Tage 800 Facebook-Fans gewinnen konnten. Inzwischen sind es über 1.000; der Blog selbst hat bisher knapp 100 Abonnenten, auf Twitter folgen uns 115 Leute.

 

Die Facebook-Fanpage beschäftigt sich vorrangig mit dem tagesaktuellen Geschehen und wird fast täglich mit Material gefüttert. Ob es sich um wichtige Verlagsinformationen handelt oder um spontane Fotos aus unserem Leben als Leser – es gibt viele Arten, um die kleinen Verlage in den Fokus zu rücken. Genau das macht die Seite so lebendig und bereitet den Lesern viel Freude.

Der Blog bietet hingegen redaktionelle Beiträge an und wird wenigstens einmal pro Woche aktualisiert. In erster Linie geht es uns darum, Bücher vorzustellen, hin und wieder berichten wir aber auch über Veranstaltungen, porträtieren Verlage und Buchhandlungen oder führen Gespräche mit Leuten aus der Indiebook-Welt. Kürzlich gab es z.B. ein ausführliches Interview mit Sabine Dörlemann anlässlich des zehnjährigen Bestehens ihres Verlages.

Einer unserer erfolgreichsten Beiträge war der Bericht über die Gartenmesse der kleinen Verlage am 20. Juli 2013 im Literarischen Colloquium Berlin. Zwei Bloggerinnen des Teams waren vor Ort und sprachen mit den verschiedensten Akteuren aus der Indie-Szene – ihr Fazit: „Egal mit wem wir uns unterhalten, alle blicken absolut zuversichtlich in die Zukunft und strahlen eine Begeisterung aus, die uns vollkommen mitreißt.“ Der Artikel erfreute sich großen Zuspruchs, wurde zahlreiche Male geteilt und hatte auf Facebook eine organische Reichweite von 2.133 Personen. Der Blog wurde am Tag der Veröffentlichung (29. Juli) 729 Mal aufgerufen, mittlerweile verzeichnet er fast 10.000 Zugriffe.

(Zum Vergrößern auf das Bild klicken.)

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Ein Budget steht uns leider nicht zur Verfügung: „We read Indie“ lebt allein von unserer Leidenschaft fürs Schreiben und von der Begeisterung für die Indie-Literatur. Die einzige Investition war der Druck von Visitenkarten, hin und wieder legen wir für Buchverlosungen und dergleichen zusammen.

Inwiefern ist/war die Marketing-Idee innovativ oder neuartig?

Eine Plattform, die sich ausschließlich mit der Kleinverlagskultur beschäftigt, hat es in dieser Form bisher nicht gegeben. Wir sind engagierte, vielseitige, aufmerksame und kreative Bloggerinnen, die allesamt selbst in der Branche tätig sind (u.a. im Buchhandel und im Verlagswesen), seit mehreren Jahren erfolgreiche Literaturblogs führen und den Indie-Buchmarkt genauestens im Blick haben (wobei unser Augenmerk den traditionellen Print-Verlagen gilt).

Der Buchmarkt ist unübersichtlich und wird nach wie vor von den großen Publikumsverlagen beherrscht. Dabei sind gerade die Kleinverlage wichtig, um eine literarische Vielfalt zu gewährleisten und auch unkonventionellen Stimmen jenseits der Marktstrends eine Chance zu geben. Unser Ziel ist es daher, die Kleinverlagskultur sowie den unabhängigen Buchhandel zu stärken, indem wir literaturbegeisterte Menschen über Bücher und Verlagsprogramme abseits des Mainstreams informieren. Die Resonanz, die uns seit dem Launch von „We read Indie“ erreicht hat, ist schlichtweg überwältigend und zeigt, dass es höchste Zeit war, eine solche Plattform zu gründen.

Ausblick: Wie geht/ging es weiter?

Das Konzept von „We read Indie“ wird auch in Zukunft dasselbe bleiben: Wir werden weiterhin über die Indie-Szene berichten und freuen uns auf den Austausch mit Bloggern, Lesern und Menschen aus der Branche.

Besonders freuen wir uns über die Kooperationen, die zustande gekommen sind und noch zustande kommen werden. So sind wir im neuen Online-Shop von „ocelot, not just another bookstore“ mit Kurzrezensionen vertreten. Zudem erreichte uns kürzlich eine Einladung von Marion Wagner, der Leiterin vom Verlag für Kurzes, zur neuen Berliner Veranstaltungsreihe „Abend der unabhängigen Verlage“, die derzeit konzipiert wird.

Es gibt noch viel zu entdecken und wir sind gespannt, was uns erwartet!

Wer reicht den Vorschlag ein?

Simone Finkenwirth, Initiatorin und Bloggerin von „We read Indie“

Caterina Kirsten, Bloggerin von „We read Indie“