Brafus: Per Crowd Travelling hinter die Kulissen der Fußball-WM schauen

Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

http://www.brafus2014.com/Brafus2014 ist die Fortsetzung eines Blogprojekts zur WM2010. Unter wintermaerchen2010.com haben Christian Frey und Kai Schächtele den Blick hinter die Kulissen der Fußball-WM in Südafrika gewagt. Die Geschichten über Menschen abseits der Stadien begeisterten von Tag zu Tag mehr Leser und am Ende wurde das Projekt sogar für den Grimme Online Award nominiert. Auch wenn es dann keine Auszeichnung gab, war das den beiden Machern Ansporn und Motivation genug, um mit Brafus2014 auch von der Fußball-WM in Brasilien zu berichten.

Beschreibung der Maßnahme/-Strategie

Die Mission von Brafus:

„Wir reisen ab 4. Juni zu dritt durch Brasilien und wollen herausfinden, was die WM mit Brasilien macht und Brasilien mit der WM. Und ein wenig auch, was Brasilien mit uns macht“.

Es ging also nicht um Sportjournalismus, sondern um Kulturjournalismus. Die WM sollte lediglich als Anknüpfungspunkt dienen, um mit den Menschen in Brasilien ins Gespräch zu kommen. Ein interessantes Gesprächsthema, denn im Vorfeld der WM gab es in Brasilien große Proteste gegen das bei der Bevölkerung stark umstrittene sportliche Großereignis. Ein weiteres Problem: In Brasilien spricht kaum jemand Englisch. Eher zufällig entstand der Kontakt zu Birte Fuchs, die zwei Jahre lang in Sāo Paulo gelebt und in Sozialprojekten gearbeitet hat. Ihre Sprachkenntnisse und lokalen Erfahrungen machten sie zur perfekten Ergänzung.

Zielgruppe:

Jeder, der nicht nur am Fußball der Weltmeisterschaft interessiert ist, sondern auch ungefiltert das Land und seine Menschen kennenlernen möchte.

Die Finanzierung:

Ohne einen Sender oder Verlag im Rücken, musste das Brafus-Trio nach alternativen Lösungen zur Finanzierung suchen. „Crowd Travelling“ sollte es sein und so riefen sie über die Brafus-Website zu Spenden auf. Hilfreich waren auch die Berichte und die Unterstützung von Torial und im Blog Digitale Notizen von Dirk von Gehlen. Auch wenn die ersten Spenden schnell flossen, war den Dreien bis zum Abflug und darüber hinaus nicht klar, wie lange die Spendengelder reichen würden.

Inwiefern ist/war die Maßnahme/-Strategie erfolgreich?

Die geschätzten Reisekosten beliefen sich auf 2.620 Euro, tatsächlich beliefen sie sich am Ende dann auf 6.722,40 Euro. Doch die Idee der Finanzierung über eine Community ging voll auf: Über 130 Einzelspender gaben insgesamt über 8.000 Euro. Über den Partner Torial und eine Förderung der Stiftung VG Bild-Kunst wurde die Reisekasse insgesamt auf 21.343 Euro aufgestockt. So wurden nicht nur die Reisekosten gedeckt, es blieb auch noch ein Honorar für die sieben Wochen Arbeit in Brasilien übrig.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Falk Hedemann
Journalist, Social Medianer, Content-Stratege