Brandecker Media Verlag: Die Wortschatzsammlung #groovywords

Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

Brandecker Media VerlagDer Brandecker Media Verlag veröffentlicht unter dem Label „The Grooves. Der Popstar unter den Sprachkursen.“ seit 2004 Sprachkurse mit einem Fokus auf Musik und Rhythmus. Bisher gibt es 32 Produkte in 12 Sprachen und 3 Dialekten und die Reihe wird kontinuierlich erweitert. Die Mischung aus Hörbuch, Musik und Sprachtrainer wendet sich vor allem an Menschen, die nicht staubtrocken und schriftlich basiert lernen wollen.

In den Produkten von The Grooves steckt Bewegung, Rhythmik und Musik – und das wird auch sichtbar. Cover und Icons der CDs und Downloads werden aufwändig hergestellt und gestaltet. Die Fremdsprache lernt man mit kleinen Geschichten, dazu gibt es Pop- und Jazzmusik. Sie wird passend zur Kultur des jeweiligen Landes entwickelt und von Profimusikern in Jamsessions im Studio eingespielt.

Die Verlegerin Eva Brandecker setzt bewusst auf kreative Produktionen. Sie sieht die Kurse nicht nur als Lernmaterial, sondern auch als Liebeserklärung an die jeweilige Kultur des Landes. Darum platziert sie z. B. im Social-Media-Bereich immer wieder Aktionen, die diese Liebe zur Kultur zeigen und fördern.

Beschreibung der Maßnahme/-Strategie

Inspiriert durch den regen Austausch im Netz und zunächst als Aktion für die Frankfurter Buchmesse (Gastland Brasilien) geplant, entstand im Herbst 2013 die Idee, eine Aktion mit Lieblingswörtern zu starten. Gerade viele erwachsene Sprachschüler haben zu ihrer Wunschsprache auch eine emotionale Beziehung, die sie mit bestimmten Wörtern, Erlebnissen oder Stimmungen verknüpfen. So wurde die Wortschatzsammlung #groovywords geboren.

Am Anfang stand die analoge Aktion: Auf der Buchmesse gab es eine kleine goldene Schatztruhe am Stand von The Grooves. Besucher wurden gebeten, ihr fremdsprachliches Lieblingswort zu „spenden“: Sie schrieben es auf Zettel und erzählten dazu ihre kleine persönliche Geschichte. Das internationale Publikum auf der Messe trug so Einiges zusammen. Das wurde auch fleißig in den Social-Media-Kanälen verbreitet.

Natürlich sollten die #groovywords auch im Netz voll durchstarten und zu einem Mitmach-Meme werden! Am 15. Oktober eröffnete der Verlag den Reigen mit dem ersten #groovyword „paralelepípedos“ – dem brasilianischen Ausdruck für Kopfsteinpflaster. Im Grooves-Blog, auf Facebook und Twitter wurde um „Wortschätze“ gebeten. Jeder Wortspender bekam für seinen Begriff und seine Geschichte ein Geschenk: Der Verlag setzte das Wort und die dazugehörige Story mit einem passenden Foto in Szene. Einerseits sollte so eine einprägsame Wort/Bild-Marke geschaffen werden, andererseits das gespendete „Wortschätzchen“ und die Bemühungen der Spender anerkannt werden.

Die eingereichten Begriffe zu bebildern war eine Quelle der Inspiration und ein großer Spaß, wenn auch manches Wortschätzchen etwas Kopfzerbrechen bereitete ;) Da musste auch schon mal zur Häkelnadel gegriffen werden bei einem „Hauch von Nichts/een niemendalletje“ oder die schöne Tasse dran glauben bei „dem Missgeschick/le malheur“. Gut, dass auch viel Essbares dabei war wie die „Waffel mit Schokoladeneis/Suklaajäätelötötterö“ und die „Tomate/der Paradeiser“.

Jedes neu illustrierte Wort wurde auf dem Blog vorgestellt, gewürdigt und kommentiert.

Abschluss der Kampagne bildete ein Gewinnspiel. Dazu präsentierte der Verlag zehn ausgewählte #groovywords, die in einzelnen Blogartikeln vorgestellt wurden. Man musste eine Frage beantworten und so bekam jeder die Möglichkeit, auch ohne selber ein Wort beigesteuert zu haben, an der Verlosung teilzunehmen.

Inwiefern ist/war die Maßnahme/-Strategie erfolgreich?

Viele wunderbare Wörter wurden per Mail, als Kommentare auf dem Blog oder via Facebook und Twitter eingereicht. Einige Blogger schrieben Artikel, um die persönliche Geschichte zu ihrem Wortschätzchen zu erzählen. Die Aktion wurde retweetet, geliket und gefavt. Auf der Blogger-Konferenz re:publica wurde die #groovywords-Aktion sogar in einer Präsentation als besonders gelungen gewürdigt.

Jede Geschichte war anders, aber jede berührend oder lustig. Von Kindheitserlebnissen über andere biografische Eckpunkte bis hin zur reinen Lust an der Lautmalerei: Die Resonanz war sehr beeindruckend, zumal es ja für die Teilnehmer ein erheblicher Aufwand war, die kleinen Texte zu verfassen. Das war ein wesentlicher Unterschied zu einer reinen Klickkampagne.

Durch die Kampagne machte der Verlag auf seine Produkte aufmerksam und verschaffte sich weitere Sympathien im Netz. Der Ansatz von The Grooves mit Kreativität, Emotionen und Storytelling gute Inhalte zu produzieren, wurde in wunderbarer Weise von den Teilnehmern der Aktion aufgenommen und gespiegelt. So wurde sichtbar, dass Sprachenlernen nicht nur zweckgebunden sein muss. Es ist mehr, als die Zahl der am Tag gelernten Vokabeln. Im besten Fall lernt man eine Sprache, indem man eine Beziehung zu ihr aufbaut. Eine Beziehung, die geprägt ist von Anziehungskraft, Neugier, Offenheit und Zuwendung.

Für den Verlag ist die #groovywords-Aktion auch deshalb so erfolgreich, weil hier nicht die Masse der Teilnehmer und die Anzahl der Klicks im Vordergrund stand. Hier ging es in erster Linie um die Qualität der Inhalte und die Widmung der Wortspender, die sich so aufwändig eingebracht haben.

Mit ihrer Hilfe entstand ein nachhaltiger und dauerhafter Inhalt, der allen nützt. Er prägt die Marke „The Grooves“ und bereichert sie. Der enge Kontakt zu den Fans und Kunden hat die Planung neuer Produkte angeregt. Es ist eine deutliche Beziehung zwischen Kunde und Produkt entstanden, die auch nach außen sichtbar wird.

Die Einbindung des Adjektivs „groovy“, als Sinnbild für Lebendigkeit, Spaß, Coolness und Rhythmus wurde mit der #groovywords-Wortschatzsammlung stimmig fortgeführt. In der Produktreihe gibt es bereits die „Groovy Verbs“, sowie die „Local Grooves“ (eine Dialektreihe). Bereits stattgefunden hat ein Twitterwettbewerb unter dem Namen „#localtweets“, der zum Mundart-Twittern aufforderte. Die nächste Aktion wird eine Reihe mit bebilderten Redewendungen sein. Arbeitstitel: #groovyidioms.

Der Hashtag #groovy und #grooves wird so immer mehr mit der Marke verknüpft und steht für Sprachen, Rhythmus und Lernen mit Spaß.

Lassen sich Zahlen als Beleg für den Erfolg nennen?

  • 84 eingereichte Wörter inkl. persönlicher Geschichten
  • 40 umgesetzte #groovywords
  • 141 Kommentare auf dem Grooves Blog
  • 122 Tweets
  • zahlreiche Likes und geteilte Facebook-Postings
  • Blogartikel von Teilnehmern über ihr #groovyword
  • Vorstellung in einem Beitrag von Wibke Ladwig auf der re:publica14 (ab Min. 16:22)

Ausblick: Wie geht/ging es weiter?

40 #groovywords wurden im Rahmen der Kampagne umgesetzt und es werden auch weiter Wortschätze eingereicht und bebildert.

Zum Jahresende 2014 wird es einen Kalender und eine Postkartenedition mit den #groovywords geben.

Weitere ähnliche Aktionen sind geplant, als nächstes die #groovyidioms: Redewendungen und Sprichwörter in mehreren Sprachen.

Die #groovywords Wort-/Bild-Marken stehen im Netz frei zur Verfügung und können von der Community genutzt werden. Man kann sie teilen, damit zum Geburtstag gratulieren oder an einen gemeinsamen Urlaub erinnern, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Eva Brandecker
Verlegerin, Produzentin und Autorin
Brandecker Media Verlag