LOG.OS: Offenes Betriebssystem für den Buchmarkt

Kurze Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

LOG.OSDer LOG.OS Förderverein e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der 2013 mit dem Ziel gegründet wurde, die Idee hinter LOG.OS zu verbreiten und umzusetzen.

Der Verein hat aktuell über 70 Mitglieder sowie über 20 Förderer aus der Buchbranche, die LOG.OS unterstützen, darunter Aufbau, Bastei Lübbe, C.H. Beck, bookwire, die Bücherfrauen, buchreport, Gmeiner, Hoffmann & Campe, Matthes & Seitz, Meiner, Oetinger, Salis, Ulmer, Umbreit, Verbrecher Verlag, die Kurt Wolff Stiftung und zu Klampen!

Beschreibung der Idee

Der digitale Buchmarkt wird aktuell von einzelnen Anbietern wie Amazon dominiert, die auf geschlossene technische »Ökosysteme« setzen. Eine Mitnahme der dort gekauften eBooks oder gar der eigenen Daten, wie Lesezeichen, Anmerkungen oder Rezensionen, zu anderen Anbietern ist nicht möglich.

Wir wollen mit LOG.OS eine offene, unabhängige Plattform aufbauen, die Buchhandlung und Bibliothek, Schreibtisch und Lesesessel vereint. Dabei setzen wir nicht auf Verdrängung und Inkompatibilität, sondern auf Kooperation und Kompatibilität. Und wir wollen, dass jeder Nutzer die volle Kontrolle über die eigenen Daten behält.

Außerdem sind wir fest davon überzeugt, dass durch die kollektive Nutzung digitaler Texte, insbesondere durch Formen des Social Reading, ein Kontext aus zusätzlichen Daten entsteht, der sehr viel wertvoller ist als die Summe seiner Teile.

Der Wissens- und Datenschatz so genannter »cloud libraries« sollte nicht einzelnen Firmen wie Amazon, Apple oder Google gehören, sondern der Gesellschaft – deshalb soll LOG.OS im Kern durch eine gemeinnützige Stiftung getragen werden.

Inwiefern ist/war die Idee innovativ oder neuartig?

Als echte »multisided platform« ermöglicht LOG.OS Privatpersonen (Lesern, Autoren), Branchenteilnehmern (Buchhändlern, Verlagen) und öffentlichen Institutionen (Bibliotheken, Schulen und Hochschulen), in direkten Austausch miteinander zu treten.

Was LOG.OS zu leisten vermag, hängt dabei im Wesentlichen von der persönlichen Perspektive des Nutzers ab:

  • Für Leser ist LOG.OS eine soziale Lese-Plattform
  • Für Autoren ist LOG.OS eine Publishing-Plattform
  • Für Verlage ist LOG.OS eine Vermarktungs-Plattform für Inhalte
  • Für Buchhändler ist LOG.OS ein Marktplatz für Bücher
  • Für die Gesellschaft ist LOG.OS eine digitale Universalbibliothek, die neben den reinen (Buch-)Inhalten auch die kontextsensitiven Daten sammelt, erschließt und zugänglich macht, die durch die Nutzung dieser Inhalte entstehen.

LOG.OS steht sinnbildlich für ein Betriebssystem (engl. operating system, kurz: OS) für das Wort (griech. lógos), wobei wir »Betriebssystem« sowohl technisch im Sinne einer gemeinsamen Infrastruktur als auch betriebswirtschaftlich im Sinne eines ökonomischen Systems, das unabhängigen Akteuren einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglicht, verstehen.

Ist/war die Idee ansteckend oder vielleicht sogar stilprägend?

Seit der ersten öffentlichen Präsentation im Sommer letzten Jahres erfreut sich die Idee einer wachsenden Verbreitung in der Branche. Wir werden regelmäßig für Vorträge oder Podiumsdiskussionen angefragt, sowohl im Rahmen von Branchenevents wie den Buchtagen, E:PUBLISH / HOMER 3.0 oder den beiden Buchmessen in Leipzig und Frankfurt, als auch zu Vorträgen an Buchhändlerschulen und Hochschulen. Im September ist LOG.OS zudem auf der Konferenz NEXT CHAPTER in Göteborg zu Gast.

Spätestens seit der LOG.OS Kick-Off-Konferenz Anfang Februar in der Berliner Akademie der Künste, zu der über 120 Teilnehmer aus ganz Deutschland angereist waren, hat die Idee auch den Sprung aus den Branchenmedien in die öffentliche Medienlandschaft geschafft. So berichteten neben Tagesspiegel, TAZ, SZ und FAZ auch das Deutschlandradio Kultur, der WDR und ZDF Aspekte. Im Frühjahr 2015 wird ein Beitrag auf arte folgen.

 

Und das sagen andere über uns – in diesem Falle die Kollegen von Bastei Lübbe:

»Getreu unserem Motto »Jedem seine Welt« ist unser Verlagshaus auch im digitalen Bereich an der Erhaltung der kulturellen Vielfalt interessiert. Um dieses Vorhaben zu erreichen, sind wir auf eine offene, unabhängige Plattform angewiesen, die faire Bedingungen für alle Marktteilnehmer gewährleistet und uns darüber hinaus die direkte, ungefilterte Interaktion mit Branchenkollegen und Kunden ermöglicht. Da wir diese Elemente in den Zielen von LOG.OS vereint sehen und uns mit den innovativen Prinzipien des Konzepts identifizieren können, sind wir stolz, das Projekt als »Schutzpatron« unterstützen zu dürfen.«

Ausblick: Wie geht/ging es weiter?

Bislang wird LOG.OS allein durch ehrenamtliches Engagement getragen, was aber bei Weitem nicht ausreicht. LOG.OS ist kein Projekt, das einfach »so nebenbei« in der Freizeit entstehen kann.

Damit wir unser Vorhaben auch tatsächlich umsetzen können, müssen wir uns jetzt professionalisieren, d.h. wir benötigen hauptamtliche Mitarbeiter, die sich um den Aufbau der Plattform kümmern.

Unser erstes Etappenziel ist daher, bis Mitte nächsten Jahres EUR 500.000 zu akquirieren, um einen Prototypen bauen zu können.

Wer reicht den Vorschlag ein?

LOG.OS Förderverein e.V.