Blink Books: „iWright“ – Der erste von einem Roboter geschriebene Roman

Kurze Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

Der eBook-Verlag Blink Books wurde im Juli 2014 als ein Imprint der Die Hölle Development AG gegründet. Am 25. September haben wir unseren ersten Roman „Die Auslöschung der Mary Shelley“ veröffentlicht. Der Autor Marc Buhl hat den alten Frankenstein-Mythos in die Gegenwart übersetzt und das Leichenteil-Monster durch einen Quantencomputer ersetzt. In der Danksagung allerdings erfährt der Leser, dass der Roman nicht von Mark Buhl, sondern von einem Computer geschrieben wurde.

Unsere Vision ist die Erweiterung der Grenzen des „Lesens“. Bücher sind bei uns nur ein einzelner, wenn auch wichtiger Aspekt einer transmedialen und interaktiven Unterhaltungswelt. Im Zentrum steht die Geschichte. Sie ist die Sonne, um die eBooks, Videos, Apps, Blogs, Facebook, Twitter, Whatsapp, Youtube, Hörbücher, Songs, später auch eine Fernsehserie oder ein Kinofilm kreisen. Wir bringen den second und third Screen in die Literatur, öffnen das Buch für breite gesellschaftliche Schichten, laden ein, die Grenzen zwischen Fiktion und Realität zu entdecken und zu überschreiten. Die alte Welt des Romans wird in einer neuen Welt Teil eines interaktiven Livingrooms.

Beschreibung der Idee

Unsere Guerilla-Kampagne zielt darauf, mit den Mitteln des Transmedia-Storytelling die Grenzen des Romans zu erweitern. Hierzu benutzen wir Fake-Accounts, erfinden Figuren, Firmen und Konflikte, die ihm Roman angelegt sind und nun in die reale (?) Welt übertragen werden.

Noch vor Veröffentlichung des Romans tauchte die Hauptfigur Mary Shelley an unterschiedlichen Plätzen in Berlin auf. Dort wurde sie gefilmt, wie sie von dem Androiden Victor (einem menschenähnlichen Quantencomputer) verfolgt wird.

Marys Flucht

Auf der Suche nach dem Schreib-Computer sind wir auf iWright gestoßen. Die Firma behauptet, dass die gleichnamige Software in der Lage sein soll, nach Eingabe von wenigen Stichworten komplett autonom einen Roman verfassen zu können. Der Firmensprecher Marc Frey erklärt auf der Website den Hintergrund und die Funktionsweise dieser Software.

Marc Frey Interview

Nachdem einige Autoren von iWright gehört hatten, wurde das Aktionsbündnis „Stop iWright“ gegründet. Eine Seite auf Facebook informierte über Aktionen gegen diese Software, deren mittel- und langfristigen Auswirkungen auf die Literatur alles in den Schatten stellen würden, was Google, Amazon & Co. derzeit planen. Eine Software, die selbständig Romane verfasst, sich dazu im Internet bei anderen Romane bedient, bedeutet nicht nur das Ende der Literatur sondern auch eine ungeheure Möglichkeit zur Manipulation.

Deswegen fand am 21. August vor der Berliner Google-Zentrale Unter den Linden 14 eine Demonstration statt.

Weiterhin beteiligte sich das Aktionsbündnis „Stop iWright“ an der Demonstration „Freiheit statt Angst“ am 30. August vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

Kurz darauf wurden von Facebook sämtliche Accounts und Verlinkungen der „Stop iWright“ – Seite ohne Angabe von Gründen gelöscht. Damit verschwand das Aktionsbündnis gewissermaßen von der online-Bildfläche.

Eine neue Seite wurde erstellt. Und ebenfalls gelöscht. Der dritte Versuch ist bisher dem Facebook-Radar entgangen.

Inwiefern ist/war die Idee innovativ oder neuartig?

Bisher haben Transmedia-Storytelling-Konzepte noch keine fortlaufende Narration, die tatsächlich als eigene Geschichte verstanden werden kann. Mit „Die Auslöschung der Mary Shelley“, „Jimmy & Aladina“ von Ralph Caspers (Dez. 2014), „Svynx“ von Gerlinde Unverzagt und Uwe Wilhelm (Feb. 2015) werden wir transmediale und interaktive Erzählungen schaffen, die dem Publikum eBooks, Videos, Fotos und vor allem Kommunikation anbieten.

Da die Kampagne Anfang September von zero gestartet ist, stehen derzeit noch keine belastbaren Zahlen zur Verfügung. Auf Facebook gibt es in unterschiedlichen Foren erhebliche Auseinandersetzungen um den ersten von einem Roboter geschriebenen Roman.

Ausblick: Wie geht/ging es weiter?

Es geht jetzt erst los!

Lesung auf der Buchmesse (10. Oktober, 15:30; 11. Oktober, 15:00 ) Halle 3.1, Stand F68, F69. Marc Buhl liest aus dem Thriller vor. Im Interview lobt er die Schreibsoftware iWright. Aktivisten von Anonymous haben eine Störung der Veranstaltung angekündigt.

Weiterentwicklung der Erzählung auf der Website, Facebook, Twitter und Instagram. (13. Oktober). Mary Shelley berichtet von ihrem Leben nach dem Ende des Romans (Texte, Videos, Fotos). Auseinandersetzung mit dem Androiden Victor, der sie verfolgt und manipuliert.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Uwe Wilhelm
BLiNK BOOKS
Imprint der Die Hölle Development AG