Johannes Korten: #einBuchfuerKai

Johannes Korten

Beschreibung der Person

Johannes Korten ist Markencoach und Online-Redakteur bei der GLS Bank. Er bloggt privat auf Jazzblog.de und ist in den sozialen Medien sehr gut vernetzt. Ein Journalist bezeichnete ihn einst als „Internetveteran“ und hat damit wohl auch Recht. Keiner weiß besser über die deutsche Blogosphäre, Twitterlandschaft (zu finden unter @jkorten) und andere soziale Medien Bescheid als er. Mit der GLS Bank war er der erste Online-Redakteur in Deutschland, der eine Bank ins Web 2.0 gebracht hat.

In welcher Hinsicht hat die Person im letzten Jahr einen Unterschied gemacht?

Als „König der Hashtags“ (#duschefreioccupy, #sharedichdrum, die #Mutmachparade) hat er vor allem mit der Aktion #einBuchfuerKai in den sozialen Medien initial Grandioses angeschoben, das sich dann in die klassischen Medien übertragen hat: Ein Familie wurde aus einer finanziellen Notlage gerettet und einem Self-Publisher wurde praktisch über Nacht verholfen, zum Amazon Bestseller-Autor zu werden – wenn auch unter Umständen, auf die wir alle gerne verzichtet hätten. Johannes‘ Ausspruch „Das Netz ist ein guter Ort – wenn wir es dazu machen“ ist Symbol dafür, wieviel Kraft die „Netzgemeinde“ aufbringen, Gutes anschieben und was sie gemeinsam leisten kann. Sein Aufruf in den Sozialen Medien und Kais Geschichte haben viele Menschen berührt, die nachvollziehen konnten, was so ein Schicksalsschlag und eine plötzlich eintretende Krankheit für eine Familie bedeuten können.

Und auch wenn Johannes sich ziemlich unwohl damit fühlte, in den Medien als ‚Sprachrohr‘ für die Familie dargestellt zu werden, übernahm er liebevoll diese Rolle, erklärte geduldig in Interviews mit Zeitungen, Radiostationen und den kleinen und großen Online-Plattformen dieses Landes, was passiert ist und wie jeder einzelne helfen könnte – immer in Absprache mit Kais Frau:

„In einer Zeit, in der der Boden drohte, unter meinen Füßen wegzurutschen, als ich vor lauter Angst und Sorge um meinen Mann kein bisschen geradeaus denken konnte, war plötzlich Johannes Korten da und hat spontan einfach gehandelt. Seine Hilfe und sein Einfluss brachten Kais Buch „Willkommen im Meer“ ins Licht der Aufmerksamkeit und halfen maßgeblich dabei, dass es dieses „Social-Media-Märchen“ geben konnte. Obwohl er selber Job und Familie mit kleinen Kindern hat, scheute er weder Zeit noch Herzblut, um mich und meine Familie zu unterstützen wo er konnte und mir den Rücken nicht nur freizuhalten sondern auch zu stärken. Und das, obwohl wir uns zuvor nie persönlich begegnet waren. Johannes Korten gehört zu den Menschen, die diese Welt zu einem besseren Ort machen! Er wird immer einen Platz in unserem Herzen haben!“

Raja Caetano, Ehefrau von Kai-Eric Fitzner

Raja_Kai

Wie hat die Persönlichkeit es geschafft, andere anzustecken?

Im Mai dieses Jahres, ein Tag vor seinem 45. Geburtstag, hatte Kai-Eric Fitzner, Buchautor von „Willkommen im Meer“ einen Schlaganfall. Sein gesundheitlicher Zustand war sogar so dramatisch, dass man ihn ins künstliche Koma versetzen musste. Kai-Eric, Vater von drei Kindern, hatte sich gerade selbständig gemacht und seine Frau hatte mit ihrem Zweitstudium begonnen. Zu Kai-Erics gesundheitlicher Lage kam nun auch noch eine anstehende finanzielle Not. Raja, Kai-Erics Frau, hielt Freunde und Bekannte der Familie auf dessen Facebook-Seite über seinen Gesundheitszustand auf dem Laufenden. Sie wendete sich mit ihrer Sorge, dass sie demnächst nicht mehr genügend finanzielle Rücklagen hätten, an Kais Freunde und bat darum, sie mit dem Kauf von Kais Buch „Willkommen im Meer“ zu unterstützen. Diese Bitte las auch Johannes, der Kai vor ein paar Jahren auf der re:publica in Berlin kennengelernt hatte und ihn bis heute sehr schätzt. Er war bedrückt von der Nachricht, die am Schluss mehr als 21.000 Mal auf Facebook geteilt wurde) und in seiner Hilflosigkeit schrieb er auf seinem Blog den Beitrag „Der Tod ist ein Arsch“, den viele Menschen in seinem Netzwerk lasen und teilten. Am nächsten Morgen rief Johannes unter dem Hashtag #einBuchfuerKai seine Freunde und Follower auf Twitter und Facebook dazu auf, die Familie Fitzner zu unterstützen und Kais Buch zu bestellen. Schnell wurde klar, dass mit dem ausgezahlten Autorenanteil, der mit jeder Bestellung eines Buches von 12,99 Euro winzig klein ist, keiner Familie großartig geholfen werden kann (auch nicht, wenn Amazon – wie geschehen – kurzfristig auf die Provision verzichtet). Also richtete Johannes unkompliziert ein Spendenkonto ein und hielt die eingehenden Beträge auf seinem Blog vollkommen transparent. Am Ende jeden Tages überwies er Raja das eingegangene Geld. Mehr als 13.000 Euro kamen zusammen, viele viele Bücher wurden verkauft, „Willkommen im Meer“ kletterte auf Platz 1 der Amazon-Verkaufscharts. Johannes nahm darüber hinaus Kontakt zu einem Literaturagenten in München auf und letztendlich erschien Kais Buch, „das einen wahren Lovestorm in Deutschland entfachte“ zunächst als E-Book und im August als Taschenbuch im bekannten DroemerKnaur Verlag.

Mit Richard Gutjahr führte Johannes ein sehr ausführliches Interview zu #einBuchfuerKai:

Kai geht es mittlerweile den Umständen entsprechend. Er macht Fortschritte und war überwältigt zu hören, was alles passiert ist. Wir alle wünschen uns, dass er uns eines Tages bei einer Tasse Tee aus seinem Buch vorlesen wird. Vielleicht wird es aber auch Roman Nummer 2 oder 3 sein. Wir sind gespannt und wünschen Dir alles Gute, Kai!

Wer reicht den Vorschlag ein?

Anett Gläsel-Maslov