Paul Huizing: Engagement für Flüchtlinge

Beschreibung der Person

Paul Huizing bloggt auf Einfach Lecker Essen seine „Geschichten aus der Küche und von unterwegs“. Er lebt in Berlin und Director Acquisition Marketing bei Audible.de. Nebenbei schreibt er auch für den Hörbücher-Blog und die Huffington Post.

Für mich ist er aufgrund seines besonderes Engagements für Flüchtlinge eine der herausragenden Persönlichkeiten des Jahres.

In welcher Hinsicht hat die Person einen Unterschied gemacht?

Paul Huizing ist einer der Initiatoren und Organisatoren von der Aktion #bloggerfuerfluechtlinge: Hinter diesem Hashtag steht die wohl eine der wichtigsten Initiativen in diesem Jahr.

„Wir wollen Augen öffnen. Niemand soll mehr wegschauen.“ Das ist die Botschaft, um die es Paul Huizing, Karla Paul, Stevan Paul und Nico Lumma geht. Vermutlich haben sich die 4 Blogger selbst nicht vorstellen können, dass diese Botschaft die Netzgemeinde so sehr einfängt und infiziert.

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Am 21.08.2015 startete die erste Spendenkampagne auf betterplace.org – hier waren 10.000 € als Spendenziel geplant. Durch die Aktivierung der Blog-Community, darunter Blogs aller Genres und aller Größen, vom Influencer bis zum Hobbyblog, verbreitete sich die Aktion jedoch unglaublich schnell. Drei Tage später muss aufgrund der überwältigenden Zahl an Unterstützern eine weitere Kampagne eröffnet werden – die Spenden belaufen sich hier aktuell auf 108.261 €. Die Dynamik der Kampagne ist so stark, dass diese von den Medien ebenfalls aufgegriffen und verbreitet wird, sodass sie über das Netz hinaus eine ungeahnte Reichweite gewinnen kann. Dabei wurde immer transparent vermittelt, welche Projekte der Flüchtlingshilfe mit den gesammelten Beträgen unterstützt werden.

Auf der Website blogger-fuer-fluechtlinge.de werden außerdem alle Teilnehmer der Kampagne vorgestellt sowie auch die verschiedenen Bloggeraktionen für das Projekt gebündelt und bekannt gemacht, darunter z.B. Pixelgraphix Versteigerung, Fashionverkauf oder der Aufruf zum eBook #bloggerfuerfluechtlinge. Damit war und ist die Kampagne also auch selbst Inspiration für andere aktiv zu werden. Auch eine eigene Facebookgruppe begleitet das Projekt mit über 2.000 Nutzern.

Ich selbst habe die Entwicklungen in Deutschland nur von der syrischen Grenze aus über Social Media verfolgen können. Freital, Meißen, die Hetzkommentare der „Asylkritiker“ – Hautnah an den Ereignissen dran zu sein und dann solche Dinge zu lesen, ist noch mal eine ganz andere, eine einschneidende Erfahrung. Viel Empörung gab es darüber, Til(l) Schweiger, Kommentare, Talkshows: aber den „Aufstand der Anständigen“ den Anja Reschke in ihrem Kommentar der Tagesthemen forderte, hat sich für mich in der Ferne erstmals mit #bloggerfuerfluechtlinge gezeigt. Weil gehandelt wurde. Von jemand wie Paul Huizing, dem andere Menschen folgen, dem andere Menschen zuhören. Bloggerinnen und Blogger, die sonst über Beauty, Food und Fashion schreiben, wurden jetzt zum Sprachrohr für etwas wirklich Großes, ein Zeichen für Willkommenskultur.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Jonas Navid Al-Nemri
kladde|buchverlag