Kathrin Weßling: Mut machen zur Offenheit und Ehrlichkeit

Kathrin Weßling

Beschreibung der Person

Kathrin Weßling ist vieles. Sie schreibt ihren Blog, Bücher bei Luchterhand, Goldmann, Rowohlt und Sobooks, ist Chefredakteurin des digitalen Stadtmagazins Mit Vergnügen Hamburg und arbeitet seit kurzem als Social Media Managerin für Spiegel Online.

In welcher Hinsicht hat die Person einen Unterschied gemacht?

Bekannt geworden ist Kathrin Weßling 2010 mit dem Blog „Drüberleben“, in dem sie über ihren damaligen Alltag mit Depressionen schrieb, woraus wiederum ihr erster Roman „Drüberleben“ resultierte. Hier griff sie ein Thema auf, das sonst gern totgeschwiegen wird, und beförderte den Austausch darüber. Heute – 3 Jahre später – verkauft sich das Buch so stark, dass es vor kurzem nicht lieferbar war.

Drüberleben (Taschenbuch UND Hardcover) sind gerade ausverkauft. Die nächste Auflage des Taschenbuchs ist gerade im Druck. Nur, damit ihr Bescheid wisst. Und Kathrin so:

Posted by Kathrin Weßling on Sonntag, 6. September 2015

 

Inzwischen wird es sogar aufgeführt.

 

Kathrin Weßlings neues Buch „Morgen ist es vorbei“ ist eine Sammlung von Geschichten über die Liebe, wie sie kommt und geht, und darüber, was sie hinterlässt. Dabei romantisiert sie nicht:

„Seit Jahren habe ich jedes Mal, wenn ich Liebeskummer hatte, nach Literatur gesucht, die ich dann lesen kann. Und ich hab da echt wenig gefunden. Entweder war sie sehr alt oder ich fand sie einfach dermaßen unrealistisch. Am Ende sind alle glücklich. Der Kummer dient dann nur als Weg zu mehr Glück. Das fand ich auch Scheiße, weil es den Druck so erhöht, dass es einem ganz schnell wieder besser gehen muss. Deswegen habe ich angefangen, das Buch zu schreiben, das ich selber gerne lesen würde.“

Das ist typisch Kathrin Weßling. Eine gewisse Direktheit fällt auch im persönlichen Kontakt mit ihr schnell auf. Immer verbunden mit Herzlichkeit. Sie schwurbelt weniger herum als andere und nennt die Dinge beim Namen. Dabei scheut sie auch vor unbequemen Themen nicht zurück. Das stößt Türen auf und lässt frische Luft hinein in den öffentlichen Raum. Sie befördert damit Diskussionen über wichtige Themen. Vor allem aber macht sie anderen Menschen Mut, sich ähnlich frei zu äußern. Mut zur Offenheit und Ehrlichkeit. Nichts brauchen wir dringender.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Robert Schneider

Foto: Verlagsgruppe Random House (CC BY 3.0 de)