Süddeutsche Zeitung: „SZ Langstrecke“ – innovatives Experiment eines Verlags

Kurze Beschreibung des Akteurs

Die Süddeutsche Zeitung ist die größte überregionale Abonnement-Tageszeitung Deutschlands und erreicht täglich rund 1,48 Millionen Leser. Ein kleines Team im Haus der SZ unternahm im Frühjahr 2015 den Versuch, ein in Deutschland neues Genre zu betreten: Art Director Christian Tönsmann, Vertriebsexperte Johannes Hauner und der Journalist Dirk von Gehlen schlugen Leserinnen und Lesern das Projekt „Süddeutsche Zeitung Langstrecke“ vor – in einem offenen Markttest auf der Crowdfunding-Plattform Startnext.

Kurze Beschreibung der Idee

SZ Langstrecke

SZ Langstrecke ist ein Magazin, das einzig aus Longreads besteht. Viermal im Jahr bündelt SZ Langstrecke die besten Interviews, Essays und Reportagen aus 12 Wochen Zeitung. Ziel ist es, Leserinnen und Lesern ein Angebot zu machen, das es in dieser Form in Deutschland nur selten gibt: ein Longreads-Magazin für Texte, die über den Tag hinaus reichen.

Inwiefern ist/war die Idee innovativ oder neuartig?

zdoqy0BEDie Langstrecke ist in mehrfacher Hinsicht ein innovatives/beispielhaftes Experiment eines Verlags, da

  • ein neues Produkt für einen neuen Markt geschaffen wurde: Im deutschsprachigen Raum gibt es bisher noch kaum Erfahrungen mit Longreads-Magazinen. Die Szene, die vor allem im angelsächsichen Raum sehr groß ist, entsteht in Deutschland gerade erst.
  • 800 Käuferinnen und Käufer der Langstrecke über die Crowdfunding-Plattform Startnext vorab ein Abo abgeschlossen haben. Diese besondere Form des Markttest ist eine Premiere im deutschen Medien- und Buchmarkt.
  • der Entstehungsprozess transparent war und ist: Zusätzlich zu etablierten SocialMedia-Präsenzen ist via Periscope auch ein Blick hinter die Langstrecken-Kulissen gewährt worden. Zusätzlich wurde der Hashtag #langstrecke etabliert, der auch von anderen und für andere lange Lesestücke genutzt wird.

 

Ist/war die Idee ansteckend oder vielleicht sogar stilprägend?

Bisher gilt Crowdfunding in weiten Teilen der Medien- und Buchbranche noch als Spezialthema. Beispiele aus dem angelsächsischen Raum, aber auch das Langstrecke-Experiment zeigen: Crowdfunding ist ein Instrument, das auch für etablierte Firmen und Verlage Möglichkeiten bietet. SZ Langstrecke hat hier als einer der ersten Anbieter in Deutschland eine gewisse Vorreiterrolle.

Ausblick: Wie geht/ging es weiter?

Mithilfe der Unterstützung der rund 1.000 Käufer der ersten Stunde (800 via Startnext, 200 via SZ-Shop) ist das Projekt Langstrecke weiter entwickelt worden und mit seiner dritten Ausgabe seit dem 12. September auch in ausgewählten Kiosken im Einzelhandel zu erwerben.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Dirk von Gehlen
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH