#Kunstpilgern – Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Kulturkenner.de und Tourismus NRW e.V.

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Kurze Beschreibung des Akteurs

#Kunstpilgern ist ein Projekt der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, dem Portal Kulturkenner.de und Tourismus NRW e.V.  Angeregt, geplant und durchgeführt wurde es von Alissa Krusch (Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen),  Jens Nieweg und Jan-Paul Laarmann (beide Tourismus NRW e.V.).

Kurze Beschreibung der Idee

Ausgehend von der Ausstellung THE PROBLEM OF GOD der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen hat Kulturkenner.de vier mehrtägige Reisevorschläge durch Nordrhein-Westfalen zu Themen der Beziehung von Kunst und Religion entwickelt. Mittels des Tools Pageflow  wurden sie als bildstarkes Webformat in deutscher und englischer Sprache aufbereitet.

Gemeinsam mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und Tourismus NRW e.V. wurden eine Ausschreibung vorbereitet, acht Kunstpilger mit Begleitung als digitale Multiplikatoren für die vier Routen „Licht.“, „Eine feste Burg.“, „Paradies“ und „Diesseits“ ausgewählt und auf eine Sternfahrt zur Eröffnung der Ausstellung geschickt. Von ihren Touren zu unterschiedlichen Kunstorten berichteten die Kunstpilger live im Social Web.

Ihre Erfahrung bei den 39 beteiligten Institutionen in ganz Nordrhein-Westfalen und die von ihnen produzierten Inhalte fließen in die fortlaufende kulturtouristische Kampagne #Kunstpilgern ein, die unter anderem die Weiterentwicklung des Pageflow-Formats, weitere PR-Maßnahmen und einen gedruckten Routenflyer vorsieht.

Ziel von #Kunstpilgern ist aus Sicht von Tourismus NRW e.V. die Kommunikation von Nordrhein-Westfalen als überraschende kulturtouristische Destination. Das Vernetzen von Ausstellungen, Museen, Parks und Sakralbauten unter neuen Leitthemen und die Fassung unter dem Schlagwort #Kunstpilgern wurde zum Vehikel für Pressearbeit, Multiplikatoren- und Endkundenkommunikation.

Wir stehen vor Jupps Filzanzug. Man darf ja nichts fotografieren. Also Schnellgekritzel. #Kunstpilgern #beuys

Ein von Wibke Ladwig (@sinnundverstand) gepostetes Foto am

 

Inwiefern ist/war die Idee innovativ oder neuartig?

Die Idee, in größerem Maßstab die Beziehung von Religion und zeitgenössischer Kunst kulturtouristisch aufzubereiten, ist für sich neu.  Dazu ist die projektbezogene  Zusammenarbeit zwischen einem Museum, einer touristischen Landesmarketingorganisation und dem Landesportal Kulturkenner.de ungewöhnlich. Das Projekt wurde ohne großen Mitteleinsatz, ohne Agenturberatung oder Einkauf von externen Inhalten realisiert. Von der Idee über Konzeption, Inhalte und Organisation bis zur Gestaltung des Flyers wurden alle Schritte kosteneffizient in Eigenleistung umgesetzt und punktuell durch zahlreiche Partner aus dem Kultursektor, aber auch aus den Bereichen Tourismus und Hotellerie gestützt. Wichtig war dabei das geplante Ineinandergreifen von unterschiedlichen Phasen von der Erzählung neuer Reiserouten (1), der Live-Komponente (2) bis zur langfristigen Weiterentwicklung der Idee für Reisegäste über den Anlass hinaus (3). Die Live-Komponente von  #Kunstpilgern versteht sich dabei nicht als Bloggerreise oder als Tweetup, sondern als Angebot für alle möglichen Typen digitaler Multiplikatoren von der Vine-Expertin bis zur Wissenschaftsbloggerin, vom Fotografen mit Mittelformatkamera bis zum YouTuber und von der Fashion-Bloggerin bis zur Instagram-Nutzerin. Mit Teilnehmern vom Kindergartenalter bis Mitte 60 und mit Berücksichtigung  von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Zugängen zur Kunst, leistet das Projekt auch einen Beitrag zur Erschließung neuer Zielgruppen über die digitale Kulturfilterblase hinaus.

Ist/war die Idee ansteckend oder vielleicht sogar stilprägend?

Da das Projekt noch immer läuft und dazu auch in ganz unterschiedliche Netzwerke wirkt, ist ein Resümee noch nicht möglich, deswegen nur ein paar Schlaglichter: Der Content-Feed entwickelt sich dynamisch weiter, bis dato (3.10.2015) wurden – nur bezogen auf Twitter –  824 Tweets von 164 Nutzern mit einer Reichweite von über 161.000 Nutzern (2.2 Millionen Impressions) veröffentlicht, das Echo auf die Aktion ist in fast allen Fällen positiv, einige Museen, touristische Regionen, aber auch Einzelpersonen haben den Hashtag sinnvoll adaptiert. Aus dem Projekt entstehen immer noch zahlreiche lesenswerte Blogbeiträge, z.B. reflektiert Maria Männig über das Pilgern, Wibke Ladwig schreibt über das Paradies auf Erden und Nicole Hundertmark gibt Reisetipps für das Ruhrgebiet. Texte zum Thema #Kunstpilgern wurde in zwei Wellen u.a. in der WAZ/NRZ-Gesamtauflage und anderen regionalen Medien (z.B. Oldenburger Zeitung, Mitteldeutsche Zeitung)  veröffentlicht, dazu wurde  #Kunstpilgern in den dpa-Themendienst aufgenommen u.a. mit Veröffentlichungen in Focus und  Welt, weitere Veröffentlichungen und Interviews sind in Vorbereitung. Schließlich erreichen Tourismus NRW täglich Bestellungen für den #Kunstpilgern-Flyer.

 

Ausblick: Wie geht/ging es weiter?

Das Projekt #Kunstpilgern läuft noch bis Ende Januar. Danach möchten Tourismus NRW e.V. und Kulturkenner aufbauend auf die Erfahrungen mit #Kunstpilgern jährlich eine digitale Kampagne durchführen, erste Ideen dazu sind bereits in Entwicklung.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Jan-Paul Laarmann
Tourismus NRW e.V.