Hanseplatte: Newsletter als erfolgreiches Anti-Marketing

Kurze Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

Die HanseplatteDie Hanseplatte, ein in der nicht enden wollenden Krise der Musikwirtschaft gegründeter Plattenladen, hat ein klar umrissenes Nischenprogramm: Alles muss aus Hamburg sein, der Laden verkauft nur Hamburger Künstler, Labels, Musiken und Werke aus der Hansestadt. Und wie verkauft man das online? Geht es nach dem Begründer Gereon Klug (Werbetexter, Redakteur, Philosoph, Song-Mitschreiber, Künstler-Vermarkter) nur mit aufsehenerregenden Mails, die er jede Woche seit 8 Jahren als „Hans E. Platte“ an seine Online-Kunden schickt.

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Beschreibung der Strategie/Plattform

Gereon Klugs Strategie ist eine ungewöhnliche: Er verpackt seine Newsletter, die ja die wöchentlichen Neuheiten des Online-Stores verkaufen sollen, in absurd-ironische Texte. Eine Art Anti-Marketing, das extrem auffällt, sich nie des üblichen Werbesprechs bedient und seit Jahren als der „beste Newsletter Deutschlands“ gilt.

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Und inzwischen sogar zur Literatur geworden ist: Eine Sammlung der besten Letter gibt es als Buch: „Low Fidelity“.

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Inwiefern ist die Strategie/Plattform erfolgreich?

Der Online-Umsatz der Hanseplatte ist – gegen den Trend – in den letzten 5 Jahren um das Dreifache gestiegen. Inzwischen beziehen über 32.000 Abonnenten allein den Newsletter. Die Hanseplatte ist trotz ihres jungen Alters mit Abstand der bekannteste Plattenladen Hamburgs geworden. Gereon Klug/Hans E. Platte tourt indes erfolgreich mit der Lesereihe „Low Fidelity“ bundesweit.

Ausblick: Wie geht es weiter?

Email-Newsletter gelten wieder als schlagkräftige und hoch zielgruppenspezifische Ansprache an die Kundschaft. Unter anderem sicher auch wegen der Briefe von Hans E. Platte, von denen die Presse sagt: “Das Genre Newsletter muss literarisch neu bewertet werden!“ (WDR 5).

Und deshalb wartet die Hanseplatte-Newsletter-Community Woche für Woche weiter sehnsüchtig auf neue Post.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Frauke Schobelt, W&V Online

Foto: Robin Hinsch