Aleksander Knauerhase: Denkanstöße zum Thema Autismus

13423858_1733759780212994_6319859925931782638_n

Beschreibung der Person

Aleksander Knauerhase ist Buchautor und Vortragender. Sein Buch „Autismus mal anders“ ist ein persönlicher Bericht, Mutmacher und auch praktische Hilfe für Menschen mit Autismus, autistischen Angehörigen oder auch autistischen Freunden, Kollegen, Angestellten. Das Besondere an diesem Buch und an Aleksander selbst ist, dass er als Betroffener spricht.

Er sagte einmal „Alle möglichen Menschen reden ÜBER Autismus. Kaum jemand aber spricht MIT einem Autisten. Und Bücher von Autisten gibt es so gut wie keine.“

Aleksander füllt diese Lücke und betreibt als Vortragender wichtige Aufklärungsarbeit. In seinen Vorträgen ermuntert er die Anwesenden, ihm ganz offen Fragen zu stellen. Er schafft damit ein besseres Bewusstsein für Autismus und überwindet Grenzen. Zudem setzt er sich online als Blogger und Aktivist für Autisten ein, im letzten Jahr besonders durch die Aktion „#FragtWarum“.

In welcher Hinsicht hat die Person einen Unterschied gemacht?

Durch sein Wirken schafft er ein besseres Bewusstsein für die Bedürfnisse von Autisten, aber auch für das Zusammenarbeiten mit ihnen, und für die Stärken einer Person mit Autismus. Über sein Buch und seine Vorträge kamen im letzten Jahr auf zahlreichen Barcamps Menschen mit dem Thema Autismus in Berührung, die nun ein wesentlich differenzierteres Bild haben und die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Autismus besser verstehen. Dieses Wissen hilft ihnen im Umgang mit autistischen Angehörigen und Arbeitskollegen. Gerade mit seiner Aufforderung, mit Betroffenen selbst zu sprechen, hat er auch über das Feld Autismus hinaus gewirkt. Aleksander Knauerhase ist Initiator der Aktion #FragtWarum, die sich gegen eine höchst umstrittene Therapie bei Autismus richtet und die Aktion Mensch dazu auffordert, diese Therapie nicht weiter zu unterstützen. Mit „FragtWarum“ haben er und Mitstreiter*innen eine Möglichkeit geschaffen, wie sich Betroffene und Angehörige zu einem gemeinsamen Protest zusammenfinden und sich Gehör verschaffen können. Die Reichweite dieser und anderer Aktionen muss realistisch als noch gering angesehen werden. Autismus ist ein sogenanntes „Special Interest“-Thema. Aleksander aber zeigt, dass es in die Mitte der Gesellschaft gehört.

Wie hat die Persönlichkeit es geschafft, andere anzustecken?

Auf dem Barcamp Rhein-Neckar, auf dem Aleksander in gleich mehreren Sessions Rede und Antwort stand, sprach er mit dem Orgateam lange über eine Möglichkeit eines Inklusionscamps. In Heidelberg hat das Orgateam, zu dem ich selbst gehöre, gerade einen Verein gegründet, der sich für alternative Bildungsangebote in der Region einsetzt. Man kann behaupten: Aleksander hat uns mit seiner Idee eines inklusiven Camps mit Autisten und anderen Menschen mit besonderen Bedürfnissen infiziert. Ich kann nur vermuten, dass das nicht nur bei uns so war, und dass man in den folgenden Jahren noch häufiger von seinen Ideen hören wird.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Julia Schönborn