„Was heißt Frieren“

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Kurze Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

Mit dem Kältebus und der Kälte-Notübernachtung will die Berliner Stadtmission Kältetode in Berlin verhindern. Vom 1. November eines jeden Jahres bis zum darauffolgenden 31. März sucht der Kältebus mit seinem Team nach hilflosen Wohnungslosen, die nicht mehr aus eigener Kraft eine Kälte-Notübernachtung aufsuchen können. Das Kältebusteam sucht die Wohnungslosen regelmäßig auf der Straße auf und fährt sie auf ihren Wunsch zu einem sicheren Übernachtungsplatz. Die Kältebus-Mitarbeiter versuchen zunächst mit ihnen ins Gespräch zu kommen, bieten ihre Hilfe, eine Tasse heißen Tee oder einen warmen Schlafsack an.

Beschreibung der Strategie/Plattform

S- und U-Bahnhöfe sind uns allen als Hotspots für Obdachlose im Winter bekannt. Als Hauptverkehrsknotenpunkte laufen wir hier am Tag mehrmals an Obdachlosen vorbei. Die traurige Wahrheit ist, dass ein Großteil von uns den Anblick verdrängt und die betroffenen Personen selbst in lebensgefährlichen Situationen nicht wahrgenommen werden. Ein Achtsamer Blick kann Leben retten. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen das wichtige Thema unumgänglich zu machen, indem wir es in die Newsfeeds unserer Leitmedien bringen. Dies erreichten wir über 2 Ebenen:

  1. Mit der Berliner Ubahn-Karte “Cityguide to Help” erhielten die uns bekannten S- und U-Bahnstationen ein prägnantes Re-Naming: Aus dem Ubahnhof Alexanderplatz wurde so z.B. der Ubahnhof Alexanders Schafplatz. In der Legende fanden Betrachter die Nummer des Berliner Kältebusses, sowie eine 3-Schritte Anleitung wie sie Obdachlosen in Not helfen können bevor sie die Nummer wählen. Die Karte zeigte außerdem, wo man die Berliner Stadtmission z.B. mit Sachspenden unterstützen kann. Passende Visuals zu den umbenannten Ubahnhöfen erweckten den Eindruck einer Guerilla-Aktion, in welcher die neuen Ubahn-Karten prominent als Wildplakate aufgehangen wurden, oder die Namensschilder der Stationen ausgewechselt wurden.alexandersplatz_neu
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  2. Wir organisierten öffentliche Fotoshootings an denen sich Berliner kurz mit nacktem, oder leicht bekleidetem Oberkörper fotografieren ließen während sie auffällige Schilder mit klaren Botschaften in den Händen hielten. Anschließend wurden diese Fotos als Profilbilder in Social-Media Kanälen allen voran Facebook verwendet und die Botschaften so mit dem Freundeskreis und darüber hinaus geteilt. Das so gewonnene Bild-Material und die Stimmen von hunderten Unterstützern wurden medial aufbereitet, um die Redaktionen von der Relevanz des Themas zu überzeugen und es folglich prominent in den Leitmedien zu platzieren.bildschirmfoto-2016-10-13-um-11-34-19
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Zielsetzung der Strategie ist es die Medien und Menschen zum Beginn der kalten Jahreszeit auf das Thema Kältehilfe und Obdachlosigkeit im Winter zu sensibilisieren, und zum Handeln zu bewegen bevor dies durch einen verhinderbaren Kältetod geschieht der als Schlagzeile durch diverse Lokalredaktionen geht. (Auch die Einreichung der Idee beim Virenschleuderpreis geschieht aus selbigem Grund.)

Inwiefern ist die Strategie/Plattform erfolgreich?

Mit “Was heißt frieren” haben wir den Nerv der Social-Media-User und Medien getroffen. Unsere “City guide to help” wurde nicht nur von Online- und Print-Leitmedien wie der Bild-Zeitung, oder dem Tagesspiegel aufgegriffen und prominent platziert. Auch führende Radio- und TV-Sender, wie etwa Energy und die ARD platzierten unsere Aktion im News-Bereich (ARD – ZDF Morgenmagazin & Tagesschau) und berichteten nebenbei ausführlich über das Thema Obdachlosigkeit im Winter und die wichtige Arbeit der Kältehilfe. Die Ubahn-Karte erzielte allein in Berlin mehr als 100.000 Social Interactions und erreichte Kanalübergreifend mehrere Millionen Impressionen. Die Nummer des Kältebusses, sowie die Anleitung zur richtigen Handhabung kursierte mit klarer Sichtbarkeit durch die sozialen Medien. Damit haben wir unser Ziel erreicht und das Thema, sowie klare Handlungsaufforderungen für eine Zeitspanne von 2 Wochen zumindest digital unumgänglich gemacht.

Medien-Verweise:

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Ausblick

Auch in diesem Winter will “was heißt frieren” mit einschlägigen Aktionen für mediale Aufmerksamkeit sorgen und das Thema “Kältehilfe für Obdachlose” an den Mann bringen.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Der Vorschlag wurde eingereicht von Daniel Koller, der “Was heißt frieren” 2012 als Initiator ins Leben gerufen hat, sowie von der Berliner Kommunikationsagentur Hektik.com