Avenue Q vom TfN – Theater für Niedersachsen

Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

logo_tfnDas TfN – Theater für Niedersachsen ist das Mehrspartentheater in Hildesheim. Es ist ein Theater mit Doppelfunktion: als Stadttheater in Hildesheim einerseits und als Landesbühne andererseits, in letzter Funktion versorgt es rund 60 Städte und Gemeinden mit Theatervorstellungen, in Niedersachsen und angrenzenden Bundesländern. Jährlich entstehen etwa 20 Neuinszenierungen, die alle auch auf Reisen gehen: Opern, Operetten, Musicals, Schauspiele für Erwachsene sowie Inszenierungen für Kinder und Jugendliche. Das TfN spielt pro Jahr über 630 Vorstellungen an unterschiedlichsten Orten. In Hildesheim wird das Große Haus mit 597 Plätzen sowie die Studiobühne „theo“ mit 50 Plätzen bespielt.

Das Theater für Niedersachsen ist das erste und einzige subventionierte Theater Deutschlands mit einem eigenen festen Ensemble für Musicals, der TfN MusicalCompany.

Beschreibung der Kampagne

Am 19.08.16 feierte das Musical Avenue Q am TfN Premiere.

Avenue Q wurde von Jeff Marx, Robert Lopez (Musik) und Jeff Whitty (Buch) geschrieben und wurde 2003 in New York uraufgeführt. Dort lief es mehrere Jahre erfolgreich am Broadway. Die deutsche Erstaufführung fand im April 2012 am Nationaltheater Mannheim statt.

Die Besonderheit dieses Musicals ist der Einsatz von Klappmaulpuppen. So werden die meisten Figuren durch Puppen dargestellt, die von Darsteller_innen geführt, gesprochen und gesungen werden. Dabei sind die Darsteller_innen offen zu sehen und nicht in irgendeiner Form versteckt. Darüber hinaus stehen aber auch Darsteller_innen ohne Puppen auf der Bühne.

Avenue Q handelt von einer Gruppe von Personen, die in dieser fiktiven Straße in einem der äußeren Bezirke New York Citys leben und alle auf ihre Art Gescheiterte oder Außenseiter sind. Protagonist ist Princeton, der gerade seinen Uni-Abschluss gemacht hat und nun seine erste Wohnung sucht. In der günstigen Avenue Q wird er fündig und trifft dort unter anderem auf Kate Monster, eine junge Kindergärtnerin, Trekkie Monster, ein einfach gestrickter Internet-Porno-Fan, Rod, ein verkappt homosexueller Banker, Nicky, der chaotische, arbeitslose Mitbewohner von Rod, oder Lucy, eine promiskuitive Nachtclub-Sängerin. Behandelt werden Themen wie Alltagsrassismus, Internetpornografie, Homosexualität oder die Suche nach der Bestimmung im Leben. Trotz des Einsatzes von Handpuppen handelt es sich aufgrund der Themen nicht um ein Musical für Kinder. Avenue Q wurde mit drei Tony Awards ausgezeichnet.

Um diese Produktion verstärkt zu vermarkten, wurde die Marketing-Abteilung um einen Produktionsassisten ergänzt, der seinen Fokus auf die Entwicklung der Kampagne zu Avenue Q legte. Grundidee dabei war, die Hauptakteure des Musicals zum Leben zu erwecken.
Zunächst erschufen sich
Princeton
Rod
Lucy
und Trekkie Monster
Profile bei Facebook, von denen aus sie die Stadt erkundeten.

So besuchte Trekkie Monster die Feuerwehr, Lucy flirtete mit Intendant und Regisseur Jörg Gade, Rod täuschte ein romantisches Wochenende mit seiner angeblichen Freundin in einem Hildesheimer Hotel vor und Princeton absolvierte noch ein Praktikum in der Dramaturgie . Über mehrere Wochen bauten sich die vier so einen wachsenden Freundeskreis auf, stritten sich in Kommentaren oder gratulierten zum Geburtstag. Es lohnt sich also, ihre Profile zu durchstöbern!

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Außerdem trieben sich Trekkie und Lucy auch bei Tinder herum, um neue Kontakte zu knüpfen, Princeton erstellte sein besungenes Mix Tape für Kate auch bei Spotify und Rod entdeckte Quizduell für sich. Wer will, konnte auch testen, welcher Avenue Q Charakter ihm oder ihr am ehesten entsprach.

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Auch die Hildesheimer Allgemeine Zeitung zeigte sich sehr begeistert von den neuen Mitbürgern. Von ihrer Ankunft an begleitete sie ihr Treiben. Ob Princetons Praktikum in der Redaktion, ein Besuch beim Puppenspiel-Training, ein Interview mit Nicky und Rod, die Suche nach der Mutter von Trekkie jr., der auf mysteriöse Weise im Theater abgegeben wurde oder Modetipps zur Premiere von Lucy.

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Aber auch offline und außerhalb der Zeitung eroberte die Avenue Q die Stadt. Neben Aufklebern an Ampeln und Laternen wurde auch der Bürgersteig großflächig getaggt.

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Am besten durchstöbert man selbst die Aktivitäten der vier Puppen und lässt sich von ihren Aktionen unterhalten und überraschen!

Inwiefern war die Kampagne erfolgreich?

Nicht nur mehrere hundert Facebook-Freunde und die Mitarbeiter_innen des Theaters waren begeistert von den Puppen, auch konnten sie mit ihren Besuchen im Fitnessstudio oder bei der Feuerwehr neues Publikum erreichen und für das freche Musical gewinnen. Mit ihrer unterhaltsamen Art trugen sie neben der effektiven Werbung für die Inszenierung selbst auch für ein positives Image des TfN bei und legten so einen Grundstein für eine erfolgreiche Spielzeit 16/17.

Ausblick

Die Aktivitäten der Puppen endeten personalbedingt zur Premiere, ab diesem Zeitpunkt wurden ihre Geschichten auf der Bühne erzählt.  Die Kampagne selbst aber öffnete und schärfte den Blick für breiter und längerfristig ausgeführte Kampagnen, die über die klassischen Marketing-Methoden hinausgehen.

Wer reicht den Vorschlag ein?

Yannik Scheurer, Produktionsassistent März bis Mai 2016, stellvertretend für die Marketing- und Kommunikationsabteilung des TfN.